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USA: „Pille danach“ schon ab 17 rezeptfrei

Donnerstag, 23. April 2009

Washington – Gewissermaßen auf richterliche Anordnung hin hat die amerikanische Arzneibehörde FDA das Mindestalter gesenkt, ab dem Frauen (oder auch ihre Partner) die Tabletten für den “Plan B” in Apotheken rezeptfrei erhalten können. 

Die USA haben die weltweit höchste Rate von Teenagerschwangerschaften. Die Kombination aus Prüderie und Freiheitsgeist führt dazu, dass eine von drei Frauen vor dem 20. Lebensjahr schwanger wird. Welche Folgen ein ungeschützter Geschlechtsverkehr haben kann, wird den meisten Teenagern jedoch nicht rechtzeitig bewusst.

Und wenn sie bemerken, dass sie schwanger sind, ist es für “Plan B” ohnehin zu spät. Die Tabletten mit Levonogestrel müssen sie nämlich innerhalb von 72 Stunden einnehmen. Nach Ansicht von Familienplanern würde selbst die kostenlose Abgabe der Kontrazeptiva keinen spürbaren Einfluss auf die Zahl der Teenagerschwangerschaften haben. 

Bereits Mitte Juli 1999 hatte die FDA den “Plan B” erlaubt. Zunächst war die Abgabe der Medikamente an eine ärztliche Verordnung gebunden. Seit Mitte 2006 können Frauen ab 18 Jahren die Tabletten auch rezeptfrei kaufen. In einem Gerichtsverfahren hat ein US-Richter (Edward Korman vom Federal District Court in New York) nun entschieden, dass diese Altersgrenze eine rein politische Entscheidung ohne wissenschaftliche Grundlagen sei.

Er setzte der FDA am 23. März eine 30-Tagesfrist, die Altersgrenze zu begründen oder aber eine rezeptfreie Abgabe auch an 17-Jährige zu erlauben. Die FDA teilt jetzt mit, dass sie keinen Widerspruch gegen die richterliche Anordnung einlegen werde. Laut ihrer Pressemitteilung hat die Behörde dem Hersteller bereits schriftlich mitgeteilt, dass er das Medikament rezeptfrei für 17-Jährige vermarkten könne, vorbehaltlich eines Antrags und einer Genehmigung.

Der Hersteller Duramed Research aus Philadelphia, Tochter der Firma Barr Inc, die wiederum zur Teva Groug gehört, soll sich dazu bereit erklärt haben. Nach einem Bericht in der New York Times können auch Männer über 17 Jahren das Medikament in der Apotheke für ihre Partnerin abholen.

In der Praxis dürften damit kaum noch Einschränkungen bestehen, auch wenn nach den Regelungen Mädchen unter 17 Jahren die „Pille danach“ weiterhin erst nach einer ärztlichen Beratung und mit Rezept erhalten dürfen. © rme/aerzteblatt.de

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