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Kassen fordern höheren Steuerzuschuss im Gesundheitsfonds

Montag, 27. April 2009

Düsseldorf/Berlin – Angesichts drohender Milliardendefizite im Gesundheitsfonds ist eine Debatte über mehr Staatshilfe aufgekommen. Der Vorstandschef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit, warnte im Handelsblatt vom Montag vor einem „Flächenbrand“ von Zusatzbeiträgen und Kassen-Pleiten, sollte sich die Politik nicht spätestens im Herbst zu stärkerer Unterstützung entschließen. Das Gesundheitsministerium sprach von „Mutmaßungen“ und betonte, Ausblicke über das laufende Jahr hinaus seien gegenwärtig nicht möglich.

„Eigentlich müssten die Krankenkassen dem Kassenheiligen auf Knien danken, dass es einen einheitlichen Beitragssatz gibt“, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. Trotz der Wirtschaftskrise gebe der Gesundheitsfonds den Kassen die Möglichkeit, sich „ohne Sorge um die Finanzen“ um Patienten kümmern. Dass möglicherweise einige Kassen einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben müssen, sei im Übrigen auch grundsätzlich gewollt gewesen, um den Wettbewerb zu stärken. Andere Kassen könnten dafür ihren Mitgliedern einen Bonus gewähren.

Neben Kailuweit hatte auch der Chef der Innungskrankenkassen (IKK), Rolf Stuppardt, weitere Steuerzuschüsse gefordert. „Ich würde es für schwer erträglich halten, wenn die Bundesregierung zwar der Finanzwirtschaft und den privaten Unternehmen mit milliardenschweren Rettungsschirmen hilft, die Sozialversicherung aber im Regen stehen lassen würde“, sagte Stuppardt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mahnte ebenfalls, die Bundesregierung dürfe "nicht tatenlos dabei zusehen", wie Krankenkassen Schuldenberge auftürmten, "von denen sie nie wieder herunterkommen werden". DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach bezeichnete die Darlehens-Regelung als "Damokles-Schwert" für die Krankenkassen und forderte, dies in eine "staatliche Defizithaftung" umzuwandeln.

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Allerdings hat sich der Bund schon verpflichtet, bei Beitragsausfällen im Gesundheitsfonds mit einem zinslosen Darlehen einzuspringen, das ab 2011 zurückgezahlt werden muss. Kailuweit forderte, dieses Darlehen in einen Steuerzuschuss umzuwandeln. Zudem sollte die Bundesagentur für Arbeit den Krankenkassen ab 2010 wieder kostendeckende Beiträge für Arbeitslose zahlen. Das Risiko müsse bei der Arbeitslosenversicherung angesiedelt werden, sagte der KKH-Chef. © ddp/aerzteblatt.de

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Sonnwendfeuer
am Dienstag, 28. April 2009, 21:27

Danke!

Danke adonis!

Endlich nennt jemand mal das Problem an der ganzen Sache. Ich kann dir sagen, den Eindruck habe ich auch. Warum dies nur nicht mehr logisch und klar denkenden Menschen aufgefallen ist, das frage ich mich wirklich.
adonis
am Dienstag, 28. April 2009, 11:37

Fass ohne Boden oder habe ich irgendetwas nicht mitbekommen.

Also irgendwie begreife ich das nicht. Der Gesundheitsfond hat dazu geführt, dass der Staat nun Steuermittel zur Finanzierung der Krankenkassen einsetzt, gleichzeitig wurde der Beitrag zu den Krankenkassen erhöht, wenn ich mich recht erinnnere. Dann haben die Ärzte mehr Geld bekommen, wobei plötzlich einige Kollegen akut verarmen. Auf alle Fälle scheint es wohl so zu sein, dass insgesamt mehr Geld im System sei und alle klagen. Auch die Krankenkassen wollen nun noch mehr Geld. Wer macht sich denn mal Gedanken, wohin das Geld der Steuerzahler und Beitragszahler wirklich fliesst. Oder haben wir einen Apparat entwickelt, der einfach nur noch teuer ist, immer mehr Geld an Unterhalt frisst und gleichzeitig zu einer schlechteren Versorgung der Beitragszahlenden führt. Das wäre doch sehr traurig.

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