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Erster DNA-Test zur Diagnostik der Bilharziose

Montag, 27. April 2009

Hamburg/Gießen – Den weltweit ersten DNA-Test für Schistosomiasis (Bilharziose) haben Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin zusammen mit Forschern der Universitäten Hamburg und Gießen entwickelt. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift PLoS Neglected Tropical Diseases

Der neue Test soll den Nachweis der Tropenkrankheit erheblich vereinfachen. Zudem lässt sich mit ihm überprüfen, ob Behandlungsmaßnahmen wirksam sind. Mit Schistosomiasis, die in Deutschland häufig nach dem deutschen Entdecker Theodor Bilharz auch Bilharziose genannt wird, sind weltweit etwa 200 Millionen Menschen infiziert.

Jährlich fordert die Krankheit schätzungsweise 200.000 Opfer und gilt damit als gefährlichste Wurminfektion des Menschen. Der Erreger der Schistosomiasis ist ein kleiner Wurm, der so genannte Pärchenegel. Die Larven dringen durch die intakte Haut in den Menschen ein, reifen und wandern in die Leber, wo sich die Weibchen in einer breiten Längsfalte am Bauch der Männchen niederlassen. Gemeinsam wandern die Pärchenegel in die Venen des Darms oder des kleinen Beckens und lassen sich dort nieder.

„Unser Test kann die DNA des Wurms anhand charakteristischer Merkmale nachweisen“, sagte Christian Drosten, der die Arbeiten am Hamburger Tropeninstitut durchgeführt hat und inzwischen das Institut für Virologie an der Universität Bonn leitet. In der jetzt veröffentlichten Studie zeigen die Wissenschaftler, dass der neue Bluttest hochsensitiv ist und sowohl bei akut als auch bei chronisch Infizierten funktioniert.

Bislang gestaltete sich eine sichere Diagnose der Schistosomiasis schwierig. Zwar gibt es einen Antikörper-Test, der aber nach Angaben der Wissenschaftler insbesondere akute Infektionen häufig nicht anzeigt. „Außerdem kann ein positives Testergebnis auch auf eine längst abgeheilte Infektion zurückzuführen sein“, sagte Dominic Wichmann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Standard ist seit Jahrzehnten der mikroskopische Nachweis der Eier der Pärchenegel im Stuhl oder Urin. Doch deren Verteilung ist so ungleichmäßig, dass nicht jede Probe einer infizierten Person auch zwangsläufig Eier enthält. © hil/aerzteblatt.de

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