Berlin – Angesichts des Milliardendefizits im Gesundheitsfonds fordert der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen, den Einheitsbeitrag für die gesetzlichen Krankenkassen abzuschaffen. „Am besten wäre es, wenn die Kassen ihre Beiträge wieder selber kalkulieren könnten. Dann hätten wir mehr Wettbewerb und solche Probleme nicht“, sagte Klusen der „Bild“-Zeitung vom Montag. Auf diese Weise hätten die Kassen schon einmal „eine Zeit mit fünf Millionen Arbeitslosen gemeistert“.
Nach den am Donnerstag vorgestellten Berechnungen des Schätzerkreises für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) fehlen dem Fonds in diesem Jahr rund 2,9 Milliarden Euro. Der Bund hatte sich verpflichtet, bei Beitragsausfällen im Fonds mit einem Darlehen einzuspringen, das 2011 zurückgezahlt werden muss. Für das kommende Jahr werden derweil weitere Milliardenausfälle erwartet.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hält dagegen die finanzielle Ausstattung des Gesundheitsfonds für ausreichend. „Von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein“, sagte sie am Wochenende dem Tagesspiegel. Bei den Ausgaben hätten sich die Erwartungen der Krankenkassen auf der einen Seite sowie des Bundesversicherungsamtes und des Ministeriums auf der anderen Seite „deutlich angenähert“.
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