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Komplikationen nach Herz-OP auch genetisch bestimmt

Montag, 4. Mai 2009

Berlin/Melbourne – Unterschiedliche Formen eines Gens sind möglicherweise der Grund dafür, dass einige Patienten nach einer Herzoperation einen Kreislaufschock und Nierenversagen erleiden, andere hingegen von diesen lebensbedrohlichen Komplikationen verschont bleiben.

Das haben Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen mit Forschern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und des Austin Hospitals in Melbourne, Australien gezeigt. Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse im Journal of the American Society of Nephrology (doi 10.1681/ASN.2008080915).

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 260 Patienten, die sich einer Herzoperation unterzogen hatten. Ein besonderes Augenmerk richteten sie auf das sogenannte COMT-Gen. Varianten dieses Gens stehen schon lange im Verdacht, dass es für Schock und Nierenversagen anfällig macht.

Sie konnten zeigen, dass Patienten mit einer sogenannten LL-Variante des COMT-Gens ein höheres Risiko haben, nach einer Herzoperation einen Kreislaufschock und Nierenversagen zu erleiden. Außerdem sprechen diese Patienten weniger gut auf die Behandlung des Schocks mit der Substanz Norepinephrin an, die die Durchblutung verbessern soll.

Offenbar verringert die Genvariante LL die Aktivität des Genprodukts COMT (Catechol-O-Methyltransferase), das nötig ist, damit Norepinephrin verstoffwechselt werden kann. Bei zuviel Norepinephrin verliert die Substanz an Wirksamkeit.

Möglicherweise sollten gefährdete Patienten deshalb statt mit Norepinephrin mit der Substanz Vasopressin behandelt werden und keine Medikamente erhalten, welche die Nieren schädigen könnten, so die Forscher. Klinische Studien sollen nun zeigen, ob es sinnvoll ist, Patienten vor einer Herz-OP einem Gentest zu unterziehen. © hil/aerzteblatt.de

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