| Sabien Bätzing /dpa |
Berlin – Exzessives Trinken unter Jugendlichen hat im vergangenen Jahr abgenommen, bleibt aber weit verbreitet. Laut dem am Montag in Berlin vorgelegten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung sank der Anteil der Jugendlichen, die sich einmal im Monat in einen Rausch trinken, 2008 um fünf Punkte auf gut 20 Prozent. Bei jedem Zwölften sei die getrunkene Menge reinen Alkohols allerdings riskant oder regelrecht gefährlich.
Fast sieben Prozent der zwölf- bis 17-jährigen Jungen nehmen laut Drogenbericht täglich im Schnitt mehr als 24 Gramm reinen Alkohol zu sich. Bei knapp sechs Prozent der gleichaltrigen Mädchen waren es mehr als zwölf Gramm was der Menge eines kleinen Pils entspricht. Diese Jugendlichen weisen damit ein „riskantes“ Trinkverhalten auf. Bei weiteren zwei Prozent ist demnach sogar von durchschnittlich mehr als 60 beziehungsweise 40 Gramm Alkohol pro Tag und damit einem „gefährlichen“ Konsum auszugehen.
Auch die bereits früher veröffentlichte Zahl der Jugendlichen mit Alkoholvergiftung illustriere das Ausmaß des Problems, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD). 2007 waren mehr als 23.000 junge Leute im Alter zwischen zehn und 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt worden – anderthalb Mal mehr als noch 2000. Als Erfolg wertete es die Drogenbeauftragte dagegen, dass mit 17,4 Prozent etwas weniger Jugendliche regelmäßig Alkohol tranken. 2007 hatten noch 21,6 Prozent mindestens einmal in der Woche ein alkoholisches Getränk konsumiert.
Insgesamt schätzt der Bericht, dass 9,5 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig sind oder durch Alkoholkonsum ihre Gesundheit riskieren. Zwar sei eine leicht rückläufige Tendenz festzustellen, Deutschland liege jedoch im internationalen Vergleich weiter im oberen Zehntel. Unter anderem seien jährlich tausende Neugeborene durch Alkoholkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft geschädigt.
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