Münster – Gegen eine versteckte Rationierung von medizinischen Leistungen hat sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe ausgesprochen. Zugleich fordert sie eine gesellschaftliche Diskussion darüber, welche Maßnahmen künftig finanzierbar sind.
„Eine echte Diskussion über die Priorisierung von Gesundheitsleistungen hat in Deutschland bisher nicht stattgefunden“, kritisierte der Präsident der Kammer, Theodor Windhorst, anlässlich des zweiten Ethik-Forums der Kammer am Mittwoch in Münster.
Bislang suggeriere die Politik, dass mithilfe von Rationalisierungsreserven das bisherige medizinische Versorgungsniveau beibehalten werden könne. „Dem ist aber nicht so, es gibt bereits eine versteckte Rationierung von Leistungen“, sagte Windhorst. Er fordert deshalb einen „Bundesgesundheitsrat“, der mit Vertretern von Ärzten, Patienten, Politik und Kostenträgern alle Beteiligten an einen Tisch bringt, um einen breiten Konsens über die gerechte Verteilung von Gesundheitsleistungen zu finden.
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