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Alkoholmissbrauch: Unionsfraktion sieht Länder in der Pflicht

Donnerstag, 7. Mai 2009

Berlin – Die Unionsfraktion im Bundestag plädiert angesichts der „besorgniserregenden“ Zahlen über Komasäufer für ein verschärftes Vorgehen gegen den Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen. Da sich die verantwortlichen Bundesministerien bislang nicht auf das Nationale Aktionsprogramm zur Alkoholprävention einigen konnten, sollten die Länder und Kommunen die in ihrem Verantwortungsbereich liegenden Maßnahmen nutzen, sagte die Unions-Drogenbeauftragte Maria Eichhorn (CSU) am Donnerstag in Berlin.

Entscheidend seien konsequente Kontrollen der geltenden gesetzlichen Festlegungen. Verbote von Flatrate-Partys wie in Niedersachsen und Baden-Württemberg und beschränkte Verkaufszeiten von Alkohol beispielsweise an Tankstellen hätten sich als „wirksames Mittel“ erwiesen und müssten noch häufiger als bisher ausgesprochen werden. 

Auch mit Testkäufen durch Jugendliche gebe es in Niedersachsen gute Erfahrungen, sagte Eichhorn. 70 Prozent der Händler in Supermärkten, an Kiosken und Tankstellen hätten dabei unerlaubt Alkohol an Jugendliche abgegeben.

Solche Überprüfungen sollten weitere Länder aufgreifen, empfahl die CSU-Politikerin. Die im Vorfeld geäußerten Befürchtungen, Jugendliche damit zu gesetzeswidrige Handlungen zu benutzen, seien unbegründet. Die eingesetzten jungen Käufer würden gezielt ausgesucht, von Fachleuten entsprechend geschult und begleitet, erläuterte Eichhorn.

Nach dem jüngsten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung hat fast jeder zehnte Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren einen riskanten oder gefährlichen Alkoholkonsum. Durch übermäßigen Alkoholkonsum wurden 2007 rund 23.000 Kinder und Jugendliche zum Teil bewusstlos in Krankenhäuser eingeliefert. © ddp/aerzteblatt.de

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