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Mammakarzinom: Gene machen Hirnmetastasen erst möglich

Donnerstag, 7. Mai 2009

New York City – Um Metastasen im Gehirn ausbilden zu können, müssen die Krebszellen des Mammakarzinoms drei Gene aktivieren. Eins hilft ihnen die Bluthirnschranke zu überwinden, wie US-Forscher in Nature (2009;  doi: 10.1038/nature08021) berichten.

Hirnmetastasen treten beim Mammakarzinom häufig erst viele Jahre nach der Entfernung des Primärtumors in der Brust auf. Die Forscher vermuten, dass in der Zwischenzeit immer wieder Tumorzellen im Blut zirkulieren. Warum es ihnen erst relativ spät gelingt, im Gehirn Fuß zu fassen, war unklar.

Der Gruppe um Joan Massagué vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York City ist es jetzt offenbar gelungen, eine mögliche Erklärung zu finden. Die Forscher können zeigen, dass die Tumorzellen erst dann Metastasen im Gehirn ausbilden, wenn sie das Gen ST6GALNAC5 exprimieren. Es kodiert ein Emzym (2,6-Sialyltransferase), das normalerweise nur um Gehirn aktiv ist.

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Wenn die Brustkrebszellen es bilden, verändert sich die Oberfläche in einer Weise, die eine Adhäsion an den Endothelzellen im Gehirn ermöglicht. Sie ist Voraussetzung für den Eintritt der Zellen ins Gehirn. Hierzu müssen nach den Forschungsergebnissen noch zwei weitere Gene aktiviert werden. Sie kodieren einmal die Cyclooxygenase Cox-2 und zum anderen einen Liganden für den Rezeptor EGFR (epidermalen growth factor receptor). Diese Gene werden, wie aus früheren Studien bekannt ist, auch für die Etablierung von Metastasen in der Lunge benötigt. 

Die Entdeckung schafft einen neuen Anreiz für die Entwicklung neuer Medikamente. Inhibitoren der 2,6-Sialyltransferase könnten möglicherweise die Metastasierung des Mammakarzinoms verhindern.

Das gleiche trifft auf Cox-2-Inhibitoren zu, für die seit längerem eine krebspräventive Wirkung diskutiert wird. Bereits zugelassen für die Krebstherapie (wenn auch in Deutschland noch nicht beim Mammakarzinom) sind EGFR-Blocker wie Gefitinib oder Erlotinib sowie und die monoklonalen Antikörper Cetuximab und Panitumumab, die ebenfalls am EGFR angreifen. © rme/arezteblatt.de

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