Neuss – Für Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen steht niedergelassenen Ärzten immer weniger Geld zur Verfügung. Das kritisiert Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (BVDN), im Anschluss an den siebten Neurologen- und Psychiatertag.
„Für Patienten mit Schlaganfällen, Parkinson, Demenz oder Multipler Sklerose ist eine intensive und aufwendige Betreuung notwendig“, so Bergmann. Seit Beginn des Jahres bekämen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zwar hohe Zuschläge für diese Patienten, die Gelder kämen jedoch laut BVDN nicht bei den niedergelassenen Neurologen, Nervenärzten und Psychiatern an.
Da der Arzt immer weniger Zeit für den Einzelnen habe und sich die Versorgungsmaßnahmen nur noch auf das Notwendigste beschränkten, blieben letztendlich die Patienten auf der Strecke.Auch bei psychiatrischen Erkrankungen fließt nach Angaben des BVDN der weitaus größte Teil der bereit gestellten Gelder nicht in die wohnortnahe ambulante Behandlung.
So werden etwa im Saarland nach Angaben des BVDN nur ein Bruchteil der vorgesehen Gelder dafür ausgegeben, psychisch Kranke in der Nähe ihres Wohnortes zu therapieren. Ein nicht unerheblicher Teil der Mittel fließe an den Patienten vorbei in völlig andere Kanäle. © hil/aerzteblatt.de
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