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„Pille danach“ in Spanien künftig ohne Rezept

Dienstag, 12. Mai 2009

Madrid – In Spanien erhalten Frauen künftig ohne Altersbeschränkung und rezeptfrei die „Pille danach“ in Apotheken. Das kündigte am Montag Spaniens sozialistische Gesundheitsministerin Trinidad Jimenez an. Bisher konnten spanische Frauen die „Pille danach“ nur beziehen, wenn sie sich zuvor gynäkologisch untersuchen ließen und ein Rezept vorweisen konnten. 

Die Maßnahme solle die Zahl der Abtreibungen und unerwünschten Schwangerschaften verringern, nicht jedoch als „weitere Methode zur Verhütung oder Abtreibung“ dienen, so Jimenez. Die Einnahme der Pille dient nach den Worten der Ministerin in erster Linie als „Notfall-Lösung“. Beispiele aus anderen Ländern zeigten, dass der unkontrollierte Verkauf der Pillen keinen Missbrauch fördere. 

Wie die Sozialistin weiter ausführte, hat die rezeptfreie Ausgabe der „Pille danach“ in Frankreich, Belgien, England, Dänemark, Luxemburg und den Vereinigten Staaten die Zahl unerwünschter Schwangerschaften reduziert.

Von den 112.000 Abtreibungen in Spanien im Jahr 2007 wurden laut Jimenez mehr als 6.000 bei Minderjährigen vorgenommen; insgesamt wurden 10.500 Mädchen unter 18 Jahren schwanger. Diese Zahlen sprächen für die Neuregelung, so die Gesundheitsministerin. Demnach sollen Apotheker ab August zur rezeptfreien Ausgabe der „Pille danach“ verpflichtet sein. © kna/aerzteblatt.de

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