Ein Facharztbesuch ohne Überweisungschein soll Hansen zufolge bis zu 25 Euro kosten. Für die Überweisung zum Facharzt müsse eine Gebühr von fünf bis zehn Euro anfallen, betonte Hansen. „Die Hemmschwelle, ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen, ist immer noch niedrig“, sagte er. Er fügte hinzu: „Selbstverständlich brauchen wir Obergrenzen und Ausnahmeregelungen für chronisch Kranke.“ Momentan beträgt die Praxisgebühr zehn Euro je Quartal.
Hansen zufolge gibt es in Deutschland bei den Versicherten ein fehlendes Empfinden dafür, dass sie Kosten verursachen. Bei den Ärzten gebe es unterdessen eine Mentalität, Patienten ständig wieder einzubestellen. Hansen verspricht sich von einer höheren Praxisgebühr mehr Effizienz bei der medizinischen Versorgung: „Wenn die Arztbesuche auf die notwendigen Fälle reduziert werden könnten, wird es auch weniger Wartelisten geben.“
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, bezeichnete das Thema als „ausgereizt“. „Es wird keine höheren Zuzahlungen geben, es wird keine höhere Praxisgebühr geben“, sagte Vater in Berlin. Dieser Beschluss stehe „felsenfest“. Arztbesuche sollten nicht „bestraft“ werden. Eine Erhöhung der Praxisgebühr sei zudem keine Lösung für die Schwierigkeiten der Finanzierung des Gesundheitsystems.
Ablehnend äußerte sich auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Bei den Vorschlägen Hansens entstehe der Eindruck, „dass es darum geht, die Patienten aus den Arztpraxen fernzuhalten und nicht darum, sie zu versorgen“, sagte GKV-Sprecher Florian Lanz in Berlin.
Zuspruch kam dagegen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Auch wenn das Thema „unpopulär“ sei, so sei es doch richtig, über eine Verschärfung der Praxisgebühr zu diskutieren, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl der AFP. Es gebe in der gesetzlichen Krankenversicherung ein „unendliches Leistungsversprechen“, dem nur sehr begrenzte Mittel entgegenstünden.
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