Berlin – Chronischer Schmerz muss als eigenständiges Krankheitsbild in die Liste der 80 Krankheiten des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) aufgenommen werden. Das hat die „Koalition gegen den Schmerz“ – ein Zusammenschluss mehrerer Verbände und Fachgesellschaften – am Dienstag in Berlin gefordert.
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Die Koalition plädiert außerdem dafür, Opioide der WHO-Stufe III von der automatischen Austauschpflicht nach § 129 SGB V auszunehmen, sodass diese nicht vom Apotheker ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ausgewählt werden können. Schmerztherapie und Palliativmedizin müssten außerdem als fester Bestandteil in der Ausbildung von angehenden Ärztinnen und Ärzten verankert werden.
So wies Reinhard Thoma, Präsident des Berufsverbands der Schmerztherapeuten in Deutschland, darauf hin, dass die chronische Schmerzkrankheit als eigenständiges Krankheitsbild erst seit Januar kodierbar sei. Dadurch habe sie keinen Eingang in die Liste der 80 Krankheiten des Morbi-RSA finden können, für die die Krankenkassen höhere Zuweisungen als für andere aus dem Gesundheitsfonds erhalten, erläuterte er.
Thoma äußerte die Sorge, dies könne zu einer Mangel- und Fehlversorgung von Schmerzpatienten führen. Eine unzulängliche oder verzögerte Schmerztherapie könne aber zu einer Chronifizierung führen mit hohen Folgekosten, Arbeitsausfällen und Frühberentungen.
Gegen eine automatische Austauschpflicht bei Opioiden der WHO-Stufe III sprach sich Gerhard Müller-Schwefe aus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. „Die behauptete problemlose Umstellung funktioniert nicht“, erklärte Müller-Schwefe mit Verweis auf eine Studie mit mehr als 400 chronisch Schmerzkranken und eine Befragung von rund 11.000 Ärzten. Von diesen hatten mehr als 80 Prozent große Probleme durch Medikamentenumstellungen bei den Kranken wahrgenommen.
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