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Tucson – US-Wissenschaftler haben erstmals ein wirksames Antidot gegen das Gift von Skorpionen entwickelt. In einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2009; 360: 2090-2098) schützte es Kinder vor den unter Umständen lebensgefährlichen Wirkungen des Nervengifts.
Entgegen ihrem Ruf sind die meisten Skorpionstiche für größere Wirbeltiere ungefährlich. Eine Ausnahme bildet Centruroides sculpturatus („Arizona bark scorpion“), ein in den ariden Zonen Mexikos und der USA (und den Terrarien von Liebhabern exotischer Spinnentiere) lebender Rindenskorpion. Er injiziert ein Neurotoxin, das vor allem Kindern gefährlich werden kann, auch wenn Todesfälle selten geworden sind.
Der Stich ist schmerzhaft, kann aber bei Kindern zunächst unbemerkt bleiben. Nach einiger Zeit schmerzt die gestochene Extremität. Schwellungen sind allerdings selten. Zeichen einer systemischen Wirkung, die innerhalb von fünf Stunden auftreten, ist eine unkoordinierte neuromotorische Hyperaktivität (heftige Bewegungen der Extremitäten), Bewegungsstörungen der Augenmuskeln (siehe Video) und infolgedessen auch Sehstörungen.
Zur Gefahr wird eine Steigerung respiratorischer Sekrete, eine Atemwegsobstruktion mit Luftnot und gelegentlich ein nicht kardiogenes Lungenödem. Von den etwa 10.000 Menschen, die jährlich in Arizona von Skorpionen gestochen werden, müssen etwa 2000 junge Kinder medizinisch betreut werden. Bisher war die Therapie rein symptomatisch.
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