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Neuer Index warnt frühzeitig vor Alzheimer

Freitag, 15. Mai 2009

San Francisco – Ein neu entwickelter Index kann das Risiko einer Demenzerkrankung voraussagen. Wissenschaftler der University of California in San Francisco entwickelten den „late-life dementia risk index“, der Aussagen über das Erkrankungsrisiko für eine Zeitspanne von sechs Jahren zulässt. Die Arbeit erscheint online first im Fachblatt Neurology (2009, doi:10.1212/WNL.0b013e3181a81636).

Der Risikoindex umfasst eine Skala mit 15 Punkten. Menschen mit acht oder mehr Punkten auf dieser Skala haben ein hohes Risiko, innerhalb von sechs Jahren eine Demenz zu entwickeln. Die Bewertung beinhaltet bereits bekannte Demenzrisikofaktoren wie hohes Alter, schlechtes Abschneiden bei kognitiven Tests und genetische Prädisposition.

Zudem führt der Index aber auch weniger gängige Kriterien an. So beeinflussen beispielsweise Untergewicht, Alkoholabstinenz und eine Bypassoperation in der Vorgeschichte das Risiko ebenfalls zu Ungunsten eines Patienten. Insgesamt fließen zehn Kriterien in den Index ein.

Als Grundlage für die Entwicklung des neuen Index diente eine Studie zur kardiovaskulären Gesundheit. Die Wissenschaftler beobachteten nicht demente 3.375 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren. Innerhalb von sechs Jahren entwickelten 480 Probanden (14 Prozent) eine Demenz. Aus den Studiendaten ermittelten die Wissenschaftler Faktoren, die sich besonders gut als Prädiktoren eignen und entwickelten daraufhin den Index.

Es zeigte sich, dass 56 der Probanden mit hohen Indexwerten an Demenz erkrankten. Von den Probanden mit moderaten Werten entwickelten 23 Prozent eine Demenz, aus dem Indexbereich mit geringem Risiko waren es vier Prozent. Insgesamt klassifizierte der Risikoindex 88 Prozent der Teilnehmer korrekt.

„Dieser neue Risikoindex könnte sowohl für die Forschung als auch für Patienten und ihre Angehörigen sehr wertvoll werden“, erklärt Autorin Deborah Barnes: „Man könnte ihn nutzen, um Menschen mit hohem Risiko für eine Demenz für Studien zur Therapie und Prävention zu identifizieren. Zudem könnte man gefährdete Patienten ohne Symptomanzeichen ausmachen, um eine Therapie frühzeitig zu beginnen.“

Vorher gilt es jedoch, den Index durch weitere Studien zu validieren. Zudem möchte Barnes mit ihren Kollegen überprüfen, ob ein einfacherer Index ebenso akkurat Aussagen liefern kann. © hil/aerzteblatt.de

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