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Training am Simulator verbessert Geschicklichkeit der Chirurgen

Freitag, 15. Mai 2009

Kopenhagen – Nach nur sieben Stunden Training an einem Simulator führten Nachwuchsärzte in einer randomisierten Studie eine laparoskopische Operation nicht nur doppelt so schnell durch wie ihre Kollegen. Nach den Angaben im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 338: b1802) war auch das Operationsergebnis deutlich besser. 

An der Studie hatten 24 Gynäkologen teilgenommen, die vorher noch keine Erfahrungen mit laparoskopischen Eingriffen hatten. Während dreizehn Ärzte sich theoretisch auf die bevorstehende erste eigene Operation vorbereiteten, absolvierten elf Trainees ein siebenstündiges Training an einem Simulator.

Im ersten Teil machten sie sich mit den Instrumenten und den grundlegenden Techniken („Anheben“ und „Greifen“ des Gewebes und deren „Durchtrennen“) vertraut. Im zweiten Teil übten sie am Simulator mehrmals die vorgesehene Operation, eine laparoskopische Salpingektomie. Sie lernten nicht nur den Eileiter zu durchtrennen, sondern auch die Blutungen mittels Diathermie zu stillen. Während der Übung erhielten sie ständig Rückmeldungen vom Simulator über ihre Fortschritte. 

Nach dem Training führten sie ihre erste eigene Operation unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen durch. Zwei unabhängige Beobachter, die nicht wussten, ob die Ärzte am Simulator geübt hatten oder nicht, beurteilten das Operationsergebnis mit einer Punkteskala. 

Dabei schnitten die Ärzte, die am Simulator geübt hatten, deutlich besser ab. Von 50 möglichen Punkten erreichten sie 33, was nach Einschätzung von Leitautor Christian Larsen vom Rigshospitalet in Kopenhagen eine respektable Leistung ist, die sonst erst nach 20 bis 50 Operationen erzielt werde.

Die Teilnehmer in der Kontrollgruppe erzielten nur 23 Punkte, was der Erfahrung von weniger als fünf Operationen („Novize“) entspreche. Die am Simulator trainierten Gynäkologen arbeiteten nicht nur genauer, sie waren auch schneller. Die Operationszeit (sekundärer Endpunkt der Studie) betrug 12 Minuten gegenüber 24 Minuten bei den Ärzten mit Anfänger-Niveau.

Die Editorialisten Roger Kneebone und Rajesh Aggarwal vom Imperial College London erkennen die Leistung des Simulators an (BMJ 2009; 338: b1001), glauben dennoch nicht, dass das virtuelle Training das echte Training ersetzen kann. Außerdem würden die hohen Kosten einem breiten Einsatz entgegenstehen. © rme/aerzteblatt.de

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