| Ulla Schmidt /ddp |
Frankfurt am Main – Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wird in diesem Jahr nicht an der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Ärztetages teilnehmen.
Die Ministerin reise stattdessen zu einem Gespräch mit Vertretern der G 7 und Mexikos über die Schweinegrippe nach Genf, sagte eine Ministeriumssprecherin. Schmidt habe Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe telefonisch darüber informiert, dass sie am Dienstag nicht nach Mainz kommen werde.
Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte die Ministerin am Montag, die Klagen der Ärzte über ihre Honorare seien „unberechtigt“. Die Ärzte hätten nicht nur drei Milliarden Euro mehr an Honorar erhalten, sie könnten jetzt auch in Euro und Cent abrechnen, das Budget sei aufgehoben und die Ungerechtigkeiten in der Bezahlung zwischen den Regionen seien beseitigt. Dennoch könne man nicht erwarten, dass das neue System – maßgeblich von den Ärzten selbst entwickelt – sofort alle Probleme löse.
Schmidt will in Zukunft die Verantwortung für die Versorgung – die Aufsicht – bei allen Kassen an die Länder delegieren, während Aufsicht über die Finanzen auf Bundesebene bliebe. Dafür gebe es derzeit aber keine Mehrheit. Dennoch hält die Ministerin das System der Selbstverwaltung für unverzichtbar.
„Ich wüsste nicht, wie die Versorgung der Patienten rund um die Uhr flächendeckend sichergestellt werden könnte, wenn nicht durch die Kassenärztlichen Vereinigungen. Den Krankenkassen würde ich das nicht gerne überlassen“, sagte Schmidt. Eine Monopolstellung benötigte die KV bei den Honorarverhandlungen aber nicht.
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