Cincinnati – Patienten erkranken nach Organtransplantationen nicht nur häufiger als andere an Krebs. Nach einer Studie in Transplantation (2009; 87: 1347-1359) sind auch die Überlebenschancen vermindert.
Die erhöhte Krebsinzidenz nach Organtransplantation ist Folge der Immunsuppression. Sie verhindert nicht nur, dass T-Zellen das Transplantat abstoßen. Auch die körpereigene Krebsabwehr wird beeinträchtigt. Organtransplantierten wird deshalb geraten, die Möglichkeiten zur Früherkennung zu nutzen. Dass die Immunsuppression nach der Diagnose des Tumors auch den Verlauf des Krebsleidens beeinflusst, ist neu.
Doch die Ergebnisse, die Yun Miao von der Universität Cincinnati und Mitarbeiter vorstellen, scheinen stichhaltig zu sein. Sie stützen sich einmal auf die Daten des Israel Penn International Transplant Tumor Registry, dem weltweit größten und umfassendsten Register für Organtransplantationen.
Miao verglich die Inzidenz und den Verlauf von sieben häufigen Krebserkrankungen (Lunge, Darm, Brust, Prostata, Blase, Niere und Melanom) bei 635 Erwachsenen mit den Erfahrungen aus dem Surveillance, Epidemiology, and End Results-Programmn, dem weltweit größten und umfassendsten Tumorregister, das etwa ein Viertel aller Krebserkrankungen in den USA erfasst und die Patienten auch nachbeobachten lässt.
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