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Wirkstoff aus Grünem Tee senkt Infektiosität von HIV-1

Mittwoch, 20. Mai 2009

Hamburg – Ein in grünem Tee enthaltener Wirkstoff namens EGCG senkt die Infektiosität von HIV-1 im Laborexperiment deutlich. Die Wissenschaftler um Ilona Hauber vom Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg behaupten, dass dieser Hemmstoff, wenn er in konzentrierter Form in mikrobiziden Vaginalcremes enthalten ist, vor der sexuellen Übertragung von HIV schützen könnte. Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in den Proceedings of the National Academy of Sciences (doi 10.1073/pnas.0811827106)

Im menschlichen Samen befinden sich feinste Fäden, sogenannte amyloide Fibrillen, die mit HIV und der Zelloberfläche wechselwirken. Dies geschieht, in dem sich HIV in das Proteinnetz der Fibrillen einlagert, dadurch nah an die Zelloberflächen gelangt und so eine effektive Infektion von Zellen möglich wird.

Die Fibrillen heißen abgekürzt SEVI (Semen-derived Enhancer of Viral Infection) und sind Abbauprodukte eines Proteins, das in hohen Mengen im Samen enthalten ist. Mit Hilfe von SEVI erhöht sich die Infektiosität von HIV drastisch. Ein Hemmstoff, der SEVI im Samen abbaut und unschädlich macht, könnte somit auch die Ansteckung mit HIV bei der sexuellen Übertragung verringern. Eben dies leistet der Teewirkstoff EGCG.

„Wir testeten diesen Wirkstoff in hochreiner und konzentrierter Form an Zellen in Anwesenheit von SEVI und stellten fest, dass die Infektion von Zellen mit HIV-1 dramatisch sank“, sagte Hauber. Das Catechin EGCG verhindert die Bildung der Fibrillen und baut diese auch innerhalb mehrerer Stunden ab.

Mit dem Elektronenmikroskop konnten die Hamburger Kollegen am Heinrich-Pette-Institut diese dynamischen Prozesse verfolgen. Die Wissenschaftler warnen aber vor falschen Vorstellungen: „Es nutzt nichts, große Mengen an Grünem Tee zu trinken und dann zu glauben, damit sei man vor HIV geschützt! Der Wirkstoff EGCG muss in höherer Konzentration mit Samen in Berührung kommen“, betonen sie. © hil/aerzteblatt.de

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