Mainz – Der Deutsche Ärztetag in Mainz hat gefordert, die Autonomie der Ärztinnen und Ärzte in ihrer Berufsausübung zu stärken. Der Beruf des Arztes sei ein freier Beruf und müsse dies auch bleiben. Bei medizinischen Fragen müssten die Ärzte unabhängig entscheiden können – frei von der Weisung nicht ärztlicher Dritter. „Freiheit und Verantwortung sind das Fundament der Vertrauensbeziehung zwischen Patient und Arzt“, heißt es dazu in dem Leitantrag zum dritten Tagesordnungspunkt „Der Beruf des Arztes – ein freier Beruf heute und in Zukunft“, der von den Delegierten einstimmig verabschiedet wurde.
„Diese professionelle Autonomie dient einzig und allein dem Interesse der Patienten“, erklärte Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer. Sie gelte im Übrigen nicht nur für freiberuflich niedergelassene Ärzte in eigener Praxis, sondern für alle Ärzte – auch im Krankenhaus, öffentlichen Gesundheitsdienst oder bei der Bundeswehr.
Fuchs betonte, die ärztliche Autonomie sei kein Selbstzweck. „Diese Art von Freiheit ist auf das Engste verbunden mit der Übernahme fachlicher Verantwortung“, erläuterte er. Sie orientiere sich am Patientenwohl. Aus Sicht des Hauptgeschäftsführers ist allerdings der Arztberuf als freier Beruf gefährdet. Ärzte seien zunehmend staatlichen Einflüssen ausgesetzt. Dagegen müssten sich die Ärzte wehren - auch wenn Klinikträger oder Krankenkassen versuchten, die Therapiefreiheit zu beschneiden.
Der Soziologe Christoph Hommerich schilderte in seinem Referat, wie wichtig das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient sei. Dies sei nur aber nur möglich, wenn sichergestellt sei, dass Ärzte nicht im eigenen oder im Interesse Dritter handelten. „Deswegen müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen Ärzte Verantwortung übernehmen und Verantwortlichkeit entwickeln können“, sagte Hommerich.
Hommerich appellierte an die Ärzte ihre Anliegen als Einheit zu vertreten. Autonomie lasse sich nur durch Kollegialität sichern. Wenn einzelne Gruppen nur die eigenen Interessen verträten, dann drohe der Ärzteschaft ein dramatischer Machtverlust. © BH/aerzteblatt.de
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.