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Ärzteschaft

Plädoyer für den Beruf des Arztes als freier Beruf

Mittwoch, 20. Mai 2009

Mainz – Der Deutsche Ärztetag in Mainz hat gefordert, die Autonomie der Ärztinnen und Ärzte in ihrer Berufsausübung zu stärken. Der Beruf des Arztes sei ein freier Beruf und müsse dies auch bleiben. Bei medizinischen Fragen müssten die Ärzte unabhängig entscheiden können – frei von der Weisung nicht ärztlicher Dritter. „Freiheit und Verantwortung sind das Fundament der Vertrauensbeziehung zwischen Patient und Arzt“, heißt es dazu in dem Leitantrag zum dritten Tagesordnungspunkt „Der Beruf des Arztes – ein freier Beruf heute und in Zukunft“, der von den Delegierten einstimmig verabschiedet wurde. 

„Diese professionelle Autonomie dient einzig und allein dem Interesse der Patienten“, erklärte Christoph Fuchs, Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer. Sie gelte im Übrigen nicht nur für freiberuflich niedergelassene Ärzte in eigener Praxis, sondern für alle Ärzte – auch im Krankenhaus, öffentlichen Gesundheitsdienst oder bei der Bundeswehr. 

Fuchs betonte, die ärztliche Autonomie sei kein Selbstzweck. „Diese Art von Freiheit ist auf das Engste verbunden mit der Übernahme fachlicher Verantwortung“, erläuterte er. Sie orientiere sich am Patientenwohl. Aus Sicht des Hauptgeschäftsführers ist allerdings der Arztberuf als freier Beruf gefährdet. Ärzte seien zunehmend staatlichen Einflüssen ausgesetzt. Dagegen müssten sich die Ärzte wehren - auch wenn Klinikträger oder Krankenkassen versuchten, die Therapiefreiheit zu beschneiden.

Der Soziologe Christoph Hommerich schilderte in seinem Referat, wie wichtig das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient sei. Dies sei nur aber nur möglich, wenn sichergestellt sei, dass Ärzte nicht im eigenen oder im Interesse Dritter handelten. „Deswegen müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen Ärzte Verantwortung übernehmen und Verantwortlichkeit entwickeln können“, sagte Hommerich. 

Hommerich appellierte an die Ärzte ihre Anliegen als Einheit zu vertreten. Autonomie lasse sich nur durch Kollegialität sichern. Wenn einzelne Gruppen nur die eigenen Interessen verträten, dann drohe der Ärzteschaft ein dramatischer Machtverlust. © BH/aerzteblatt.de

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Wolfgang
am Freitag, 22. Mai 2009, 09:40

"Arztberuf als freier Beruf gefährdet"?

Immer diese Worthülsen mit dem "möchte-gern-Tenor" á la "Arztberuf als freier Beruf gefährdet" ...
Dieser Beruf ist keineswegs mehr - und dies schon viele Jahrzehnte - ein "freier Beruf". Die Kriterien erfüllt er zu keiner Zeit! Egal ob Klinik oder Praxis.
Schaut doch mal auf die sich inflationär vermehrenden Juristen, die längst die größte akademische ABM- Maßnahme sind: Die haben auch an sich eine Gebührenordung, nur halten muss sich da längst niemand mehr dran. 350.- Euro pro Stunde(!) Gebührensatz gelten als Einstieg auch bei simpelsten Dingen, keine Rechtsschutzversicherung zahlt das mehr. Nur kann man bei dieser Truppe keine "private RS-Zusatzversicherung" zubuchen :--)) Die haben ihre Gebührenordnung in aller Stille längst begraben und rechnen ab, was die Leute hergeben. Standesdünkel haben die nicht, oder doch? Da wird mit zweierlei Maß gemessen, aber Juristen leben bekanntlich weitestgehend im medialen Dunkel während Ärzte zum Sündenbock avancieren. Oder wie soll man dies sehen?

chris.goepfert
am Mittwoch, 20. Mai 2009, 22:21

'drohender' Machtverlust?

Der 'Machtverlust' ist doch schon lange da!

In erster Linie aufgrund egoistischen selbstherrlichen Verhaltens vieler Generationen leitender Aerzte. Da ist es ein Leichtes fuer Politik und Gesellschaft, in diese Kerbe zu schlagen.

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