Dialyse: ASS plus Clopidogrel reduziert Shunt-Versagen
Mittwoch, 27. Mai 2009
Iowa City – Eine Antithrombozyten-Therapie mit ASS plus Dipyridamol kann bei Dialysepatienten helfen, einen arteriovenösen Shunt offen zu halten. Die Ergebnisse einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2009; 360: 2191-2201) blieben allerdings hinter den Erwartungen zurück.
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Die arteriovenösen Gefäßzugänge sind buchstäblich eine Engstelle in der Hämodialyse. Sie sind unverzichtbar, weil die Alternative, ein zentralvenöser Zugang, die Patienten zu sehr belasten und auch einem zu hohem Komplikationsrisiko aussetzen würde. Doch die Lebensdauer der Shunts ist begrenzt.
Zunächst versuchen die Chirurgen eine arteriovenöse Fistel zu schaffen, die ohne Fremdmaterial auskommt. Wenn diese (wiederholt) stenosieren und/oder kein ausreichendes „Venenmaterial“ vorhanden ist, benötigen die Patienten einen Prothesenshunt, der eine hohe Neigung zur Thrombose hat. Die nahe liegende Prophylaxe besteht in einer Anti-thrombozyten-Therapie.
Diese hatte sich in kleineren Studien jedoch nicht als wirksam erwiesen, weshalb sich das Dialysis Access Consortium um Bradley Dixon von der Universität in Iowa City zu einer groß angelegten randomisierten Studie entschloss.
An 13 Zentren in den USA wurden 649 Dialyse-Patienten, die einen neuen Prothesenshunt erhalten hatten, auf eine Therapie mit Placebo oder ASS plus Dipyridamol randomisiert. Primärer Endpunkt war die Durchgängigkeit des Shunts ohne vorherige Intervention (zum Beispiel Dilatation).
Er wurde während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren unter der Antithrombozyten-Therapie bei 28 Prozent der Patienten erreicht, gegenüber 23 Prozent im Placebo-Arm. Das ergibt eine absolute Minderung des Risikos um gerade einmal fünf Prozent, was auf einer Überlebenskurve einer Verlängerung der Durchgängigkeit um etwa sechs Wochen entspräche.
Das sei kein großer Gewinn für die Patienten, räumt die Editorialistin Charmaine Lok von der Universität Toronto ein (NEJM 2009; 360: 2240-2242) ein. Es sei aber eben doch mehr als gar nichts, zumal es unter der Antithrombozyten-Therapie nicht zu einem Anstieg von Blutungen oder anderen schweren Komplikationen gekommen war (die den geringen Vorteil schnell aufgehoben hätten).
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