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Das Gehirn versorgt sich selbst mit Marihuana-ähnlichen Substanzen

Dienstag, 26. Mai 2009

New York – Das Gehirn produziert Peptide, die zum Teil wie Marihuana wirken. Das fanden Wissenschaftler der Mount Sinai School of Medicine im Tierexperiment heraus. Sie hoffen, damit einen Beitrag zu Entwicklung von Marihuana-ähnlichen Medikamenten zur Schmerztherapie, Appetitzügelung oder zur Prävention von Drogenabhängigkeit zu leisten. Das FASEB-Journal veröffentlicht die Ergebnisse online (2009; 330:3).

Die Wissenschaftler der Mount Sinai School of Medicine extrahierten aus Mäusegehirnen Peptide und analysierten deren Aminosäuresequenzen. Sie hatten bereits bei vorangegangenen Untersuchungen Peptide gefunden, die an THC-Rezeptoren im Gehirn andocken. Diesmal stellten sie fest, dass die gewonnenen Peptide nicht nur in der Lage waren, an THC-Rezeptoren zu binden, sondern diese auch zum Teil zu aktivieren.

„Idealerweise führt uns die weitere Entwicklung zu Medikamenten, die an den THC-Rezeptor binden und ihn aktivieren, aber nicht die Nebeneffekte besitzen, die den Nutzen von Marihuana limitieren“, erklärt Lakshmi Devi vom Institut für Pharmakologie an der Mount Sinai School of Medicine: „Unsere aktuellen Ergebnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es solche effektiven Medikamente mit wenigen Nebeneffekten in Zukunft geben wird.“

„Letztes Jahr fanden Forscher heraus, dass unsere Haut eine Marihuana-ähnliche Substanz produziert“, berichtet Gerald Weissmann, Chefredakteur des FASEB-Journals: „Nun erfahren wir, dass das Gehirn selbst Substanzen herstellt, die direkt dort wie Marihuana wirken. Der nächste Schritt wäre, dass Forscher ein Medikament entwickeln, das ohne die anstößigen Aspekte des Marihuana auskommt.“ © hil/aerzteblatt.de

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