Baltimore – Die Häufigkeit von Gleichgewichtsstörungen, die eine wichtige Ursache von Stürzen im Alter sind, wird allgemein unterschätzt. Nach einer Studie in den Archives of Internal Medicine (2009; 169: 938-944) steigt die Prävalenz im Alter stark an. Bereits bei den 60-Jährigen hat jeder zweite eine Dysfunktion des Vestibularorgans.
Die National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES) sind eine regelmäßig wiederholte Querschnittsstudie zum Gesundheitszustand der US-Bevölkerung. In den Jahren 2001/2002 und 2003/2004 wurde in einer Untergruppe von mehr als 5.000 über 40-Jährigen auch ein Romberg-Test zur Überprüfung des Gleichgewichtssinnes im Stehen durchgeführt sowie Fragen zu möglichen Symptomen (Schwindel, Stürze) gestellt.
Ergebnis: Jeder dritte US-Amerikaner hatte einen auffälligen Befund. Die Prävalenz stieg von 18,5 Prozent bei den 40- bis 49-Jährigen auf 84,5 Prozent bei den über 80-Jährigen, wie Yuri Agrawal und Mitarbeiter der Johns Hopkins Universität in Baltimore berichten. Ein weiterer Risikofaktor war ein Diabetes mellitus, der mit einem um 70 Prozent erhöhten Risiko auf Gleichgewichtsstörungen assoziiert war.
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