| dpa |
Singapur – Das Fuß-Hand-Syndrom, eine bekannte Nebenwirkung des Krebsmedikaments Capecitabin, brachte einen Patienten aus Singapur bei der Einreise in die USA in Bedrängnis. Die Kontrolleure hielten den Mann über vier Stunden fest, da sie keine Fingerabdrücke bei ihm fanden, berichtet der behandelnde Arzt in den Annals of Oncology (2009: doi: 10.1093/annonc/mdp278Stallmach).
Herr S., ein 62-jähriger Patient mit einem metastasierten Nasopharyngealkarzinom, wollte Verwandte in den USA besuchen. Er ahnte wohl nichts Böses, als die Beamten der US-Einreisebehörde bei ihm Fingerabdrücke anfertigen wollten. Dies ist seit einigen Jahren Routine an allen internationalen Flughäfen in den USA. Die Behörden hoffen durch den Abgleich mit gespeicherten Daten illegale Einreisende oder sogar Kriminelle aufzuspüren.
Dieser Verdacht fiel auch auf Herrn S., nachdem es den Beamten nicht gelang, einen lesbaren Fingerabdruck abzunehmen. Es dauerte vier Stunden, bis sich die Beamten davon überzeugt hatten, dass von dem bedauernswerten Krebspatienten keine Gefahr ausgeht. Er durfte einreisen. Die Einwanderungsbehörde riet ihm aber dringend, künftig einen Attest seines behandelnden Onkologen bei sich zu führen, der die Nebenwirkungen des Wirkstoffs erläutert.
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