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Lumbalgie: NICE empfiehlt manuelle Therapie und Akupunktur

Mittwoch, 27. Mai 2009

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London – Erstmals seit seinem zehnjährigen Bestehen spricht sich das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) für alternative Heilmethoden aus. Manuelle Therapien und Akupunktur gehören für die Behörde, die den staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) berät, zu den evidenzbasierten und möglicherweise auch kosteneffektiven Therapien. Die Notwendigkeit von Röntgenaufnahmen und Injektionstherapien wird dagegen infrage gestellt.

Die Leitlinie betrifft die schätzungsweise 2,5 Millionen Patienten in England und Wales, deren Rückenschmerzen länger als 6 Wochen bestehen und die deshalb als chronisch eingestuft werden. Ihnen dürfen die britischen General Practitioner (GP) künftig neben schmerzstillenden Medikamenten und einer Bewegungstherapie auch Sitzungen beim Osteopathen oder Akupunktur-Spezialisten verschreiben. Die Wirkungen beider alternativer Ansätze sind nach Ansicht der Leitlinienautoren durch randomisierte klinische Studien untersucht, die in dem NICE-Dokument einzeln aufgeführt und bewertet werden.

Die Empfehlung: Bis zu neun Behandlungen einer manuellen Therapie über 12 Wochen dürfen die Hausärzte den Patienten verschreiben. Bei der Akupunktur sind im gleichen Zeitraum bis zu 10 Sitzungen erlaubt.
 

Peter Littlejohns, der Direktor von NICE, bezifferte gegenüber der Presse die zusätzlichen Kosten für den NHS auf lediglich 77.000 Pfund im Jahr, denn durch die erfolgreiche Behandlung würden auf der anderen Seite Folgekosten reduziert.

Einsparungen ergeben sich auch durch den Verzicht auf Röntgenaufnahmen, die nach Ansicht der Autoren künftig nicht mehr vom NHS bezahlt werden sollten. Eine Kernspintomografie sei nur noch bei der Fragestellung einer spinalen Fusionsoperation indiziert. Bezweifelt wird auch die Evidenz der Injektionstherapie etwa beim Facettensyndrom.

© rme/aerzteblatt.de

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