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Medizin

Schummeln in der medizinischen Forschung häufig

Freitag, 29. Mai 2009

Edinburgh – Der Stammzellforscher Hwang Woo-Suk und der Onkologe Jon Sudbø sind nur die Spitze eines Eisbergs. Eine Meta-Analyse in PLoS ONE 2009; 4: e5738) zeigt, dass das Fabrizieren, Fälschen und Beschönigen von Forschungsergebnissen weit verbreitet ist. 

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Der Südkoreaner Hwang Woo-Suk wollte menschliche Embryonen geklont haben, der Norweger Jon Sudbø überraschte die Fachwelt mit Wirkungsbelegen von Antiphlogistika bei Krebserkrankungen. Später stellte sich heraus, dass beide ihre Ergebnisse über weite Teile frei erfunden hatten.

Sie sind jedoch nicht die einzigen Wissenschaftler, die gelegentlich mit Fantasie nachhelfen, wenn die Forschung ihnen zu anstrengend erscheint oder die Ergebnisse nicht den Erwartungen entsprechen. Daniele Fanelli von der Universität Edinburgh wertete in seiner Publikation die Ergebnisse von 21 Umfragen unter Wissenschaftlern aus. Dabei beschränkte sich der Autor auf eigentliche Fälschungen, das häufige Abschreiben in Publikationen und andere Vergehen ließ er außer Acht.

Insgesamt 2 Prozent der Befragten gestand ein, selbst schon einmal Daten fabriziert, falsifiziert oder verändert zu haben. Interessanterweise kannten 44 Prozent andere Forscher, die sich dieser Vergehen schuldig gemacht hätten. Noch häufiger lassen die Wissenschaftler Forschungsergebnisse, die ihren eigenen Hypothesen widersprechen oder bei denen ihr Gefühl ihnen sagte, dass sie nicht stimmen können, unter den Tisch fallen.

Dieses Verhalten kannten 34 Prozent bei sich und 72 Prozent bei anderen. Ob mangelnde Fähigkeit zur Selbstkritik oder Missgunst gegenüber anderen Kollegen die Unterschiede in Eigen- und Fremdbeobachtung erklären, muss offen bleiben.

Fanelli vermutet, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte angesiedelt ist. Wissenschaftler aus dem Bereich Medizin und Arzneimittelforscher gaben übrigens häufiger als andere an, dass sie Daten manipulieren. Ob dies von größerer Ehrlichkeit in den Umfragen zeugt oder eher eine erhöhte kriminelle Energie anzeigt, muss ebenfalls offen bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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