Studie: Alkohol der wichtigste Risikofaktor für Darmkrebs
Mittwoch, 3. Juni 2009
Sydney – Eine neue Meta-Analyse sieht im Alkoholkonsum den wichtigsten Risikofaktor für das Kolorektalkarzinom. Aber auch Rauchen, Übergewicht, Diabetes und der Verzehr von rotem Fleisch erhöhen nach einer Übersicht im International Journal of Cancer (2009; 125: 171-180) das Darmkrebsrisiko.
Das Kolorektalkarzinom ist in Deutschland bei Männern (nach dem Prostatakarzinom) und bei Frauen (nach dem Mammakarzinom) die zweithäufigste Krebserkrankung. Mehr als sechs Prozent aller Deutschen erkranken im Laufe ihres Lebens an diesem Tumor, dessen Ursache nicht bekannt ist – außer in der Minderheit, bei der eine genetische Prädisposition auf eine Polyposis vorliegt.
Es ist nahe liegend, Ernährungsfaktoren als Ursache zu vermuten. Der Verzehr von rotem Fleisch und eine ballaststoffarme Kost sind in verschiedenen Studien immer wieder als Risikofaktoren zutage getreten. Auch der Alkoholkonsum steht im Verdacht, karzinogen zu sein, da er in prospektiven Studien oder Fallkontrollstudien immer wieder mit eine erhöhten Rate von Kolorektalkarzinom assoziiert war.
Dies zeigt auch die neueste Analyse von Rachel Huxley vom George Institute in Sydney. Die Forscherin hat die Ergebnisse von 103 prospektiven Kohortenstudien, die zwischen 1966 und Januar 2008 publiziert wurden, einer Reihe von Meta-Analysen unterzogen.
Ergebnis: Ein Alkoholkonsum von mehr als 7 „Drinks“ pro Woche ist der wichtigste Risikofaktor: Huxley ermittelt ein relatives Risiko von 1,56 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,42-1,70). Demnach wäre der Einfluss des Alkohols deutlich größer als der von Rauchen, Diabetes, Übergewicht oder dem Verzehr von rotem Fleisch, die in der Publikation jeweils mit einem Anstieg des Darmkrebsrisikos um 20 Prozent assoziiert waren.
Körperliche Aktivität soll das Darmkrebsrisiko senken, nicht aber der reichliche Verzehr von Obst und Gemüse. Unter dem Strich ist das Kolorektalkarzinom weitgehend die Folge eines ungesunden Lebensstils. © rme/aerzteblatt.de
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