London – Die europäische Arzneimittelagentur (EMEA) warnt vor der gleichzeitigen Gabe von Clopidogrel und einem Protonenpumpeninhibitor (PPI). Diese Kombination solle nur noch verwendet werden, wenn dies absolut notwendig ist, heißt es in einer Stellungnahme.
Anlass sind Studien, die auf eine pharmakokinetische Interaktion der beiden Wirkstoffe hinweisen. PPI hemmen in der Leber das Enzym CYP2C19, das zum Cytochrom P450-System gehört. Über das gleiche Enzym wird Clopidogrel, ein unwirksames Prodrug, in einen wirksamen Metaboliten umwandelt.
Die gleichzeitige Einnahme von PPI kann deshalb die Wirkung von Clopidogrel herabsetzen. Die Folge ist unter Umständen ein Verlust der präventiven Wirkung von Clopidogrel, das zur Vermeidung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen eingesetzt wird.
Erst vor wenigen Wochen war eine retrospektive Kohortenstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 937-944) zu dem Ergebnis gekommen, dass Patienten mit akutem koronaren Syndrom, die Clopidogrel zur Vorbeugung eines erneuten Herzinfarkts erhielten, zu 25 Prozent häufiger den Endpunkt Hospitalisierung oder Tod erreichten, wenn sie Clopidogrel zusammen mit einem PPI eingenommen hatten. Es gibt allerdings auch Studien, die keine derartige pharmakokinetische Interaktion festgestellt haben.
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