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Xenotransplantationen kein Ersatz für Organspenden

Donnerstag, 4. Juni 2009

Berlin – Führende Wissenschaftler sehen in der Transplantation von Tierorganen auf Menschen auf lange Sicht noch keine Alternative zu menschlichen Spenderorganen. Der Münchener Herzspezialist Michael Schmöckel sagte am Donnerstag in Berlin, wesentliches Ziel müsse es bleiben, die Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende zu steigern. Am 6. Juni ist Tag der Organspende an.

Schmöckel erläuterte, Forschungen zur Transplantation von Tierorganen auf Menschen, der sogenannten Xenotransplantation, seien noch weit davon entfernt, in die klinische Anwendung zu kommen. Der Chirurg äußerte sich am Rande eines gemeinsamen Symposiums seiner Arbeitsgruppe mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Xenotransplantation (DAX).

Die Xenotransplantation gilt als Alternative zur Transplantation menschlicher Spenderorgane, an denen es weltweit mangelt. Allein in Deutschland stehen mehr als 12.000 Menschen auf der Warteliste für ein neues Organ. Probleme ergeben sich allerdings durch die Abstoßungsreaktionen des menschlichen Körpers und durch die Gefahr der Übertragung von tierischen Viren auf die Patienten. Sie könnten etwa Immunschwächen oder Tumore auslösen.

Die Würzburger Medizinerin Karin Ulrichs berichtete von andauernden Schwierigkeiten, multitransgene Schweine als optimale Organspender zu gewinnen. Derzeit sei man „weit entfernt“ von einem Wissensstand, bei dem ein genetisch verändertes Schwein für einen Patienten reiche. Sie halte es für kaum vorstellbar, dass man 20 Tiere zugunsten eines Patienten töten könne. Das werde von der Bevölkerung nicht akzeptiert.

Der DAX-Leiter Joachim Denner sprach von einem hohen internationalen Ansehen deutscher Forscher bei der Suche nach transgenen Tieren. So kämen wiederholt Wissenschaftler beispielsweise aus USA oder Japan zum Erfahrungsaustausch nach Deutschland. Denner berichtete auch von rund 200 Fällen in der internationalen Forschung, bei denen es zu einer Übertragung von Schweinezellen auf den Menschen gekommen sein. Nach wie vor gebe es dabei jedoch meist immunologische Probleme mit Abwehrreaktionen des Empfängerorganismus.

Heiner Niemann vom Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts in Neustadt erläuterte, das Klonen von Tieren nach dem Muster des Klonschafs Dolly sei wesentliche Voraussetzung für Fortschritte in der Erforschung der Xenotransplantation. Das Klonen von Tieren in großem Maßstab habe der Forschung einen regelrechten Schub gebracht. © kna/aerzteblatt.de

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