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Asthma: Adipositas verschlechtert Wirkung von Medikamenten

Donnerstag, 4. Juni 2009

Denver – Übergewicht geht häufig mit einem besonders schweren Verlauf einer Asthmaerkrankung einher. Die Ursache könnte nach einer Studie im Journal of Allergy and Clinical Immunology (Juniausgabe, im Druck) in einer schlechteren Wirkung der Asthmamedikamente liegen.

Die Prävalenz von Übergewicht und Asthma ist in den letzten Jahren gestiegen. Zugenommen hat deshalb auch die Zahl der übergewichtigen Asthmatiker, und nicht wenige Kliniker haben den Eindruck, dass die Asthmaerkrankung bei übergewichtigen und fettleibigen Patienten einen besonders schweren Verlauf nimmt.

Rand Sutherland vom National Jewish Health and Research Center in Denver ist dieser Frage in der Vergangenheit bereits in mehreren Publikationen nachgegangen. Bisher war auch er der Ansicht, dass das Übergewicht das Auftreten und den Verlauf der Asthmaerkrankung negativ beeinflusst.

Doch seine jüngste Analyse auf der Basis von 1.256 Teilnehmern von Studien der US-National Institutes of Health zeigt ein anderes Bild. Sutherland teilte die Patienten in übergewichtig (BMI >25) und normalgewichtig ein. Anders als erwartet, hatten die normalgewichtigen Asthmatiker eine nur unwesentlich bessere Lungenfunktion: Der FEV1-Wert betrug 3,05 vs. 2,91 Liter und auch der Quotient auf FEV1 zur forcierter Vitalkapazität war mit 83,5 vs. 82,4 Prozent nicht verschieden. Dies spricht nicht für eine vermehrte Atemwegsobstruktion bei Übergewichtigen oder Adipösen.

Unterschiede bestanden indes bei der Therapieantwort: In einer Gruppe von 183 schlanken Patienten kam es unter der Therapie mit inhalativen Steroiden zu einer um 55 Prozent größeren Reduktion des exhalierten Stickoxids, einem Marker für die Entzündungsreaktion in den Atemwegen, die der Asthmaerkrankung zugrunde liegt.

Außerdem konnten die schlanken Patienten nach der kombinierten Anwendung von inhaliertem Steroiden und einem langwirksamen Beta-Agonisten die FEV1 um 80 Milliliter steigern, während sich die Lungenfunktion bei den übergewichtigen Patienten nicht verbesserte. In der Anzahl der Asthma-Exazerbationen gab es allerdings keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Sutherland warnt davor, die Ergebnisse überzubewerten. Es handele sich um eine Post-hoc-Analyse zu abgeschlossenen klinischen Studien, die zu anderen Fragestellungen durchgeführt wurden. Er riet dazu, die Ergebnisse laufender Studien abzuwarten, die sich genau mit der Fragestellung beschäftigen. © rme/aerzteblatt.de

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