Boston – Hohe Arzt- und Klinikrechnungen sind in den USA die häufigste Ursache für Privatinsolvenzen. Betroffen sind auch Menschen mit einer Versicherungspolice, da diese bei einer schweren Erkrankung häufig die Kosten nicht deckt. Dies geht aus einer Studie im American Journal of Medicine (2009; doi:10.1016/j.amjmed.2009.04.012) hervor, deren Daten noch vor der derzeitigen Finanzkrise erhoben wurden.
Eine frühere Untersuchung von David Himmelstein, Harvard Universität, Boston, hat in den USA den Ruf nach einer allgemeinen Krankenversicherung wie in Europa laut werden lassen, die Menschen auch im Fall einer Arbeitslosigkeit oder Verarmung nicht im Stich lässt. Die neue Studie zeigt, dass auch das US-Versicherungswesen auf tönernen Füßen steht.
Alle 90 Sekunden, so Himmelstein, muss eine US-Familie eine Privatinsolvenz anmelden. Und in mehr als 60 Prozent der Fälle sind die Kosten für medizinische Behandlungen die wesentliche Ursache. Die Zahl der Insolvenzen, die durch Gesundheitsprobleme ausgelöst wurden, sei zwischen 2001 und 2007 (unter der Georg W. Bush-Administration) um fast 50 Prozent gestiegen.
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