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USA: Immer mehr Privatinsolvenzen durch hohe Arztrechnungen

Freitag, 5. Juni 2009

Boston – Hohe Arzt- und Klinikrechnungen sind in den USA die häufigste Ursache für Privatinsolvenzen. Betroffen sind auch Menschen mit einer Versicherungspolice, da diese bei einer schweren Erkrankung häufig die Kosten nicht deckt. Dies geht aus einer Studie im American Journal of Medicine (2009; doi:10.1016/j.amjmed.2009.04.012) hervor, deren Daten noch vor der derzeitigen Finanzkrise erhoben wurden.

Eine frühere Untersuchung von David Himmelstein, Harvard Universität, Boston, hat in den USA den Ruf nach einer allgemeinen Krankenversicherung wie in Europa laut werden lassen, die Menschen auch im Fall einer Arbeitslosigkeit oder Verarmung nicht im Stich lässt. Die neue Studie zeigt, dass auch das US-Versicherungswesen auf tönernen Füßen steht.

Alle 90 Sekunden, so Himmelstein, muss eine US-Familie eine Privatinsolvenz anmelden. Und in mehr als 60 Prozent der Fälle sind die Kosten für medizinische Behandlungen die wesentliche Ursache. Die Zahl der Insolvenzen, die durch Gesundheitsprobleme ausgelöst wurden, sei zwischen 2001 und 2007 (unter der Georg W. Bush-Administration) um fast 50 Prozent gestiegen. 

Betroffen ist auch die sogenannte Mittelschicht: Zwei Drittel der insolventen Familien waren Hausbesitzer, drei von fünf hatten eine College-Ausbildung. Die meisten hatten Arbeit und damit auch eine Krankenversicherung, die meist über den Arbeitgeber vermittelt wird. Doch die Policen decken längst nicht alle Kosten ab. Es gibt Begrenzungen und hohe Eigenbeteiligungen. Viele Versicherte bleiben auf einem Großteil der Rechnungen sitzen.

Am schlimmsten trifft es Diabetiker und Menschen mit neurologischen Erkrankungen, etwa einer multiplen Sklerose. Sie mussten Kosten in Höhe von durchschnittlich 26.971 US-Dollar beziehungsweise 34.167 US-Dollar selbst tragen.

Auch Patienten, die staatliche Zuschüsse über Medicaid (Arme) oder Medicare (Rentner) erhalten, sind nicht vor einer Insolvenz sicher. Himmelstein: Solange Sie nicht Warren Buffett heißen, ist ihre Familie nur eine schwere Erkrankung vom Bankrott entfernt. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Montag, 8. Juni 2009, 08:01

Die Kehrseite

eines Systems mit unbezahlbar hohen Kosten. Kaum einer kann sie sich leisten. Und die Frage ist ob alle Beteiligenten ( und nicht nur Pharmariese, da sind auch unsere Kollegen gefragt) so viel verdienen müssen.
tr0n
am Montag, 8. Juni 2009, 06:33

das schlimme ist ja...

...die amis wollen das selbst nicht anders, da die lobbyarbeit der pharmakonzerne und versicherungen so effektiv ist, dass die menschen tatsaechlich glauben ihr system ist das beste der welt. und das liegt nicht unbeding an der dummheit der amis. die sind so brainwashed durch die medien, dass da jetzt sogar gegen obamas "milden" plaene stimmung aufkommt.
naja, sollen sie mit dem besten system der welt weiterleben, meine 2 cents.

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