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Medizin-Nobelpreisträger Dausset gestorben

Montag, 8. Juni 2009

Paris – Der Medizin-Nobelpreisträger Jean Dausset ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wie die französischen Gesundheitsbehörden mitteilten, verstarb Dausset am Samstag in Palma de Mallorca, wo er seit zwei Jahren lebte. Dausset wurde 1980 für seine bahnbrechenden Forschungen über Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers auf Fremdgewebe mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Erkenntnisse zum sogenannten Human-Leukozyten-Antigen (HLA) erwiesen sich als Basis für neue Möglichkeiten zur Organtransplantation.

In einem Interview aus dem Jahr 1980 erläuterte Dausset, dass er nach und nach verstanden habe, wie die weißen Blutkörperchen und letztlich jedes menschliche Gewebe eine Art Identitäts-Check ausführen. In vielen Fällen habe dies eine Unverträglichkeit zur Folge. Damit wurden die bereits vorliegenden Erkenntnisse über die Blutgruppen-Unverträglichkeiten wesentlich verfeinert.

In der Folge konnten Daussets Erkenntnisse bei der Erforschung der genetischen Entwicklung ganzer Bevölkerungsgruppen angewandt werden, was wiederum bei der Rekonstruktion von Wanderungsbewegungen behilflich ist. Die französische Forschungsministerin Valérie Pécresse würdigte Dausset als „einen der Väter der modernen Biologie“. © afp/aerzteblatt.de

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