Multipler Sklerose: Eiweiß hemmt die Regeneration der Markscheiden
Montag, 8. Juni 2009
Düsseldorf – Ein Eiweiß namens „p57kip2“ hemmt die Regeneration der Markscheiden bei multipler Sklerose (MS). Das berichtet eine Arbeitsgruppe der Neurologischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2009; 106: 9087-9092).
MS ist die häufigste Ursache für eine bleibende neurologische Behinderung im jüngeren Erwachsenenalter. Sie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das fehlgeleitete Immunsystem die Markscheiden des Gehirns und Rückenmarks angreift und zerstört.
Die Markscheiden werden von den sogenannten Oligodendrozyten gebildet, Zellen, die für die Weiterleitung der elektrischen Reize zwischen den Nervenzellen verantwortlich sind. In Folge der fortgesetzten Krankheitsattacken degenerieren und sterben diese Oligodendrozyten, was zu einer Beeinträchtigung der Nervenzellleistung führt.
Wie nun die Arbeitsgruppe um Patrick Küry zeigen konnte, beruht die fehlende Regenerationsfähigkeit der Oligodendrozyten unter anderem auf dem Vorkommen eines hemmenden Eiweißes namens „p57kip2“.
Die von der Düsseldorfer Forschergruppe vorgestellten Ergebnisse deuten darauf hin, dass in frühen Krankheitsphasen dieser Hemmstoff aktiv vom Körper unterdrückt werden kann, jedoch bei späteren Stadien diese Fähigkeit zunehmend verloren geht.
Dies lässt nach Angaben der Wissenschaftler darauf schließen, dass die Reparatur von Markscheiden, die in geringem Umfang wohl auch natürlicherweise stattfindet, durch zielgerichtete Hemmung von p57kip2 zu fördern ist.
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