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Stanford – Während sich eine Schwangerschaft günstig auf den Verlauf einer multiplen Sklerose auswirkt, kommt es in der postpartalen Phase häufig zu einem Erkrankungsschub. Eine Studie in den Archives of Neurology (2009; 66: doi:10.1001/archneurol.2009.13) deutet darauf hin, dass das Stillen des Kindes hier eine vorbeugende Wirkung haben könnte.
Während der Schwangerschaft müssen MS-Patientinnen die immunmodulierenden Medikamente absetzen, die das Fortschreiten der Erkrankung abschwächen sollen. Dies stellt für die meisten Patientinnen keinen Nachteil dar, da Schübe während der Schwangerschaft ohnehin selten sind.
Nach der Geburt stehen die Patientinnen dann aber der Alternative, ihr Kind zu stillen oder die medikamentöse Therapie wieder aufzunehmen, denn die Wirkstoffe sind auch in der Stillphase kontraindiziert. Die meisten Patientinnen entscheiden sich für die Medikamente und gegen das Stillen.
In der Untersuchung, die Annette Langer-Gould von der Stanford University School of Medicine durchführte, unternahmen zwei von drei Frauen einen Stillversuch. Von den Frauen, die ihr Kind stillten, setzten drei von zehn bereits in den ersten zwei Monaten begleitend Babynahrung ein.
Die Frauen, die nicht oder nicht ausschließlich stillten, begannen im Durchschnitt 1,2 Monate nach der Geburt mit der medikamentösen Therapie. Dennoch erlitten sie im ersten postpartalen Jahr mehr als 5-fach häufiger einen Krankheitsschub als Frauen, die sich für das ausschließliche Stillen entschieden hatten und dies auch ohne Babynahrung über mindestens zwei Monate durchhielten (Hazard Ratio HR 5,0; 1,7-14,2). Zudem hatten sie im Durchschnitt erst 8,5 Monate nach der Geburt wieder mit der Einnahme von Medikamenten begonnen.
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