Leipzig – Sozialverbände haben ein Programm zur Bekämpfung der Altersarmut in Deutschland gefordert. Maßnahmen gegen die wachsende Altersarmut müssten noch vor der Bundestagswahl in Angriff genommen werden, erklärte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, am Dienstag auf dem 9. Deutschen Seniorentag in Leipzig. Die Altersabsicherung müsse bei Erwerbsunfähigkeit, Niedriglohnarbeit und Arbeitslosigkeit ausgebaut werden.
Der VdK fordert unter anderem die Abschaffung der Rentenabschläge für Rentner, die wegen Krankheit nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten können. Auch müsse die Rente nach Mindesteinkommen, bei der Beschäftigungszeiten mit niedrigen Löhnen höher bewertet werden, wieder eingeführt werden.
Der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, erklärte, seit Einführung der Grundsicherung vor sechs Jahren sei die Zahl der hilfebedürftigen Rentner um fast 70 Prozent gestiegen. Es sei „unverantwortlich“, die Gefahr steigender Altersarmut mit dem Hinweis auf die angeblich reiche Rentnergeneration leichtfertig abzutun. Zwar seien heutige Rentner seltener von Armut betroffen als etwa Alleinerziehende und Kinder. Es gebe aber „klare Anzeichen, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren rasant steigen wird“, sagte Bauer in Leipzig.
Als wesentliche Ursachen dafür nannte Bauer die Rentenkürzungen der vergangenen Jahre, die langfristige Absenkung des Rentenniveaus und die zunehmenden Lücken in den Erwerbsbiografien unter anderem durch Selbständigkeit. Der SoVD erneuerte seine zehn Forderungen zur Verhinderung der Altersarmut, die er schon 2007 aufgestellt hatte. Der Verband fordert unter anderem lohnorientierte Rentenanpassungen mit Inflationsschutz und die Anhebung der Rentenversicherungsbeiträge für Langzeitarbeitslose. © afp/aerzteblatt.de
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