Oxford – Britische Forscher haben herausgefunden, dass Krebszellen einen „Anker“ benötigen, um im Gehirn Metastasen bilden zu können. Die Studie in PLoS ONE (2009; 4: e5857) liefert Ansatzpunkte für neue Therapien.
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Die Krebszellen „ankern“ an der Basalmembranen mithilfe eines Adhäsionsmoleküls, das die Forscher als Beta-I-Integrin identifizieren konnten. Fehlt dieses Molekül in der Tumorzelle oder ist sie durch einen Antikörper blockiert, war die Metastasen-Bildung behindert, wie die Forscher in weiteren Experimenten zeigen konnten. Monoklonale Antikörper gegen Integrine sind deshalb ein neuer Ansatz für eine medikamentöse Therapie, die bei Krebserkrankungen eine Metastasenbildung verhindern könnte.
Integrine könnten auch in einer späteren Phase der Hirnmetastasen eine Rolle spielen. Wenn sich die Tumorzellen einmal im Gehirn festgesetzt haben, sind sie für das weitere Metastasenwachstum auf eine eigene Blutversorgung angewiesen.
Wie die Arbeitsgruppe um Brunhilde Felding-Habermann vom Scripps Research Institute in La Jolla/Kalifornien am Mammakarzinom nachweisen kann, hängt die Angiogenese davon ab, dass die Tumorzellen einen speziellen Integrinrezeptor auf ihrer Oberfläche bilden. Erst dann kommt es zur Bildung des Wachstumsfaktors VEGF, der die Bildung von Blutgefäßen stimuliert, berichten die Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences.
Die Forscher wollen nun prüfen, ob Integrinrezeptoren auch bei Hirnmetastasen anderer Krebserkrankungen eine Rolle spielen und ob die Blockade der Rezeptoren das Wachstum der Metastasen bremsen kann. © rme/aerzteblatt.de
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