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Alzheimer: NICE hält an Beschränkungen für Antidementiva fest

Freitag, 12. Juni 2009

London – Britische Ärzte dürfen auch in Zukunft Antidementiva erst bei moderat fortgeschrittener Alzheimer-Erkrankung einsetzen. Dies entschied das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE). Die Behörde, die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Therapien prüft, setzt sich damit über die Kritik der britischen Öffentlichkeit hinweg.

Im Mai 2006 hatte NICE erstmals eine Bewertung zu den Wirkstoffen Donepezil, Galantamin, Rivastigmin und Memantin vorgelegt. Eine gewisse Wirkung im Frühstadium der Demenzerkrankung wurde zwar nicht völlig ausgeschlossen, die Kosten-Effektivität aber infrage gestellt. 

Das hatte Teile der britischen Öffentlichkeit entrüstet, schließlich mussten die Ärzte viele Patienten mit dem Hinweis nach Hause schicken, die Krankheit sei für eine Therapie noch nicht weit genug fortgeschritten. Die Unterstützung der Medien war deshalb groß, als mehrere Hersteller ein Gerichtsverfahren anstrengten.

Im Oktober letzten Jahres befand der oberste Gerichtshof, dass dem NICE technische Fehler („procedurally unfair“) bei der Bewertung unterlaufen seien. Dies hatte dann eine erneute Analyse der Daten durch das NICE zur Folge. An der Bewertung hat dies jedoch nichts geändert.

Sie besagt, dass die drei Acetylcholinesterase-Inhibitoren Donepezil, Galantamin, Rivastigmin erst eingesetzt werden dürfen, wenn die Mini-Mental State Examination eine moderate Demenz (Score 10 bis 20 Punkte) ergeben hat.

Zudem dürften die Medikamente nur von Psychiatern verordnet werden, die den Erfolg regelmäßig überprüfen müssen, um die Medikamente bei einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung wieder abzusetzen. Für Memantin sieht NICE außerhalb von klinischen Studien derzeit keine Indikation. © rme/aerzteblatt.de

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