Lebertransplantation: Sirolimus erhöht Sterblichkeit
Freitag, 12. Juni 2009
Washington – Der Wechsel der Immunsuppression von einem Calcineurin-Inhibitor auf Sirolimus hat in einer Studie des Herstellers zu einem Anstieg der Sterblichkeit der Patienten nach Lebertransplantation geführt. Die amerikanische Arzneibehörde FDA kündigte eine Überprüfung der Fachinformationen an.
Für Sirolimus (Rapamune®) besteht derzeit nur eine Zulassung zur Immunsupression nach Nierentransplantation. Wirksamkeit und Sicherheit nach Lungen- oder Lebertransplantation sind nicht untersucht. Der Hersteller strebte aber offensichtlich eine Zulassung nach Lebertransplantation an.
Zumindest ließ er international in 42 Zentren (darunter Berlin, München und Hamburg) prüfen, ob ein Wechsel auf Sirolimus möglich ist. Dies war offenbar nicht der Fall. Im Switch-Arm der Studie kam es zu einer vermehrten Zahl von Todesfällen, wie die FDA jetzt mitteilt. Details sollen Ende Juli auf einer Fachtagung vorgestellt werden.
Der Wechsel ging laut FDA mit einer vermehrten Rate von akuten Abstoßungsreaktionen oder vorzeitigen Therapieabbrüchen einher. Letztere standen mit Nebenwirkung von Sirolimus wie periphere Ödeme, Stomatitis, Hautausschläge und Ulzerationen der Mundschleimhaut im Zusammenhang. Außerdem kam es unter der Therapie mit Sirolimus zu einem Anstieg der Lipidwerte.
Die FDA überlegt nun, ob die Fachinformationen verändert werden sollten. Diese enthalten in den USA aber bereits einen umrahmten Warnhinweis (Boxed warning), der eine Kontraindikation nach Lebertransplantationen enthält. © rme/aerzteblatt.de
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