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Progesteron kann Frühgeburten nicht verhindern

Freitag, 12. Juni 2009

Edinburgh – Die lokale Applikation von Progesteron kann die bei Zwillingsschwangerschaften häufigen Frühgeburten nicht verhindern. Dies ergibt sich aus einer randomisierten klinischen Studie im Lancet 2009; 373: 2034-2040).

Frühgeburten sind die häufigste Ursache für neonatale Todesfälle bei Zwillingsschwangerschaften. Eine Therapie mit dem Schwangerschaftshormon Progesteron galt bisher als eine vielversprechende präventive Maßnahme. So plausibel der Ansatz auch erscheinen mag, Belege aus placebokontrollierten Studien fehlten bisher weitgehend.

Vor zwei Jahren scheiterte die intramuskuläre Applikation von 17 Alpha-Hydroxyprogesteron in einer Studie der US-National Institutes of Health (NEJM 2007; 357: 454-461). Jetzt liegen die Ergebnisse einer britischen Studie vor – ebenfalls mit negativem Ausgang.

In der “STudy Of Progesterone for the Prevention of Preterm birth In Twins” oder STOPPIT-Studie hatten Jane Norman, Universität Edinburgh, und Mitarbeiter 500 Frauen auf die tägliche Anwendung eines Vaginalgels mit Progesteron oder Placebo randomisiert.

Die Therapie begann in der 24. Woche und sollte über 10 Wochen fortgesetzt werden. Doch der Endpunkt der Studie (Intrauteriner Tod oder Entbindung vor der 34. Woche) konnte durch diese Maßnahme nicht verhindert werden.

Er trat unter der Progesteron-Therapie sogar (wenn auch nicht signifikant) häufiger auf, nämlich bei 24,7 Prozent gegenüber 19,4 Prozent im Placebo-Arm (Odds Ratio: 1,36; 0,89-2,09). Eine umfassende Meta-Analyse bestätigte diesen Eindruck: Auch sie kam zu dem Ergebnis, dass die Anwendung von Progesteron das Risiko einer Frühgeburt eher erhöht (Odds Ratio 1,16; 0,89-1,31). © rme/aerzteblatt.de

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