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Priorisierung: Transparenz im Gesundheitswesen gefordert

Dienstag, 16. Juni 2009

München – 84 Prozent der Deutschen rechnen damit, dass die medizinische Versorgung sich weiter verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer von der Allianz-Versicherung beauftragten Studie. Danach wünscht sich der Großteil der Befragten mehr Transparenz bei der Vergabe medizinischer Leistungen und Güter.

„Verdeckte Rationierungen sind für die Bevölkerung schon heute nichts Ungewöhnliches: 31 Prozent der Deutschen hatten bereits einmal das Gefühl, keine ausreichende medizinische Versorgung beziehungsweise Behandlung erhalten zu haben“, sagt Wilfried Johannßen, Vorstandsmitglied der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG.

Bei einem institutionalisierten Priorisierungsverfahren wüssten die Bürger zumindest, warum sie bestimmte Leistungen erhielten oder nicht und dass sie alle gleich behandelt würden. 59 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Gremium aus, das anhand transparenter und objektiver Kriterien festlegt, welche Behandlungen als notwendig erachtet und welche als weniger wichtig eingestuft werden sollten.

„Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass die Priorisierung medizinischer Leistungen ein langwieriger Prozess ist“, so Johannßen. Angesichts wachsender Finanzierungsprobleme in der Pflichtversicherung sei es jedoch höchste Zeit, das Thema öffentlich und nicht nur in Fachkreisen zu diskutieren. © hil/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 17. Juni 2009, 16:38

Der Auftraggeber sagt schon alles!!!

Von Priorisierung hat man in Deutschland u. v. a. die Bürger doch überhaupt keine Ahnung. Wer wartet hier schon Jahre auf seine Hüftoperation oder Herzoperation. Von anderen Dingen gar nicht zu reden. Der verwöhnte deutsche Patient rennt gleich zu seinem Orthopäden wegen ein wenig Schmerzen im Knie. Der überweist ihn dann zur MRT am liebsten noch dreidimmensional und dann wird vielleicht noch eine Arthroskopie durchgeführt. In Schweden wartet der Patient erstmal eine Woche, dann kommt er zum Allgemeinmediziner oder gleich zum Krankengymnasten. Dann wird erstmal so behandelt und in 95% der Fälle ist der Patient beschwerdefrei. In Deutschland würden die Patienten einen Schlaganfall vor lauter Aufregung erleiden, wenn man ihnen das anbietet. Ähnlich verhält es sich mit Schulterbeschwerden.
Das Fazit wäre für Deutschland, dass man nicht bei jedem Pipifax mit Kanonen draufschiesst.
Da ich Tag täglich aber unwahrscheinlich lange Wartezeiten bei meinen Patienten erleben bei Erkrankungen, die evt abgeklärt oder im spezialisierten Bereich behandelt werden müssen, kann ich sagen: Gott bewahre Deutschland von der Priorisierung, die mehr Probleme schafft als löst. Was aber zu überlegen wäre, ist den guten alten Krankenschein wieder einzuführen.
Joe440
am Dienstag, 16. Juni 2009, 20:56

Priorisierung mehr Tranzparenz gefordert

Dass war mir schon klar, dass es mal soweit kommen würde. Doch solange wir unfähige Politiker haben die zum größten Teil von der SPD sind wird solch eine Disskusion wohl nicht öffentlich statt finden. Vielleicht wenn es einen Regierungswechsel gibt. Anders vermutlich nicht.

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