München – 84 Prozent der Deutschen rechnen damit, dass die medizinische Versorgung sich weiter verschlechtert. Das ist das Ergebnis einer von der Allianz-Versicherung beauftragten Studie. Danach wünscht sich der Großteil der Befragten mehr Transparenz bei der Vergabe medizinischer Leistungen und Güter.
„Verdeckte Rationierungen sind für die Bevölkerung schon heute nichts Ungewöhnliches: 31 Prozent der Deutschen hatten bereits einmal das Gefühl, keine ausreichende medizinische Versorgung beziehungsweise Behandlung erhalten zu haben“, sagt Wilfried Johannßen, Vorstandsmitglied der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG.
Bei einem institutionalisierten Priorisierungsverfahren wüssten die Bürger zumindest, warum sie bestimmte Leistungen erhielten oder nicht und dass sie alle gleich behandelt würden. 59 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Gremium aus, das anhand transparenter und objektiver Kriterien festlegt, welche Behandlungen als notwendig erachtet und welche als weniger wichtig eingestuft werden sollten.
„Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass die Priorisierung medizinischer Leistungen ein langwieriger Prozess ist“, so Johannßen. Angesichts wachsender Finanzierungsprobleme in der Pflichtversicherung sei es jedoch höchste Zeit, das Thema öffentlich und nicht nur in Fachkreisen zu diskutieren. © hil/aerzteblatt.de
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