Berlin – Kurz vor der Entscheidung des Bundestags über eine gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen ist die Zahl der Unterstützer des Gesetzentwurfs von Joachim Stünker (SPD) gestiegen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, sagte, mittlerweile unterstützten 280 Abgeordnete die Vorlage. Gleichwohl schloss er nicht aus, dass im Parlament an diesem Donnerstag keiner der drei vorliegenden Gesetzentwürfe eine Mehrheit finden wird.
Der Bundestag diskutiert seit fast sechs Jahren über Patientenverfügungen. Umstritten ist vor allem, ob eine vorab verfasste Verfügung in allen Fällen rechtlich verbindlich ist. So fordert der Entwurf des SPD-Abgeordneten Stünker, den Willen des Betroffenen unbedingt zu beachten, unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung.
Der Entwurf des CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach wendet sich gegen eine Automatik. Rechtlich bindend soll eine Verfügung nur nach umfassender ärztlicher und rechtlicher Beratung des Betroffenen sein.
Der CSU-Gesundheitspolitiker Wolfgang Zöller steht für einen Entwurf, nach dem eine Patientenverfügung grundsätzlich verbindlich ist, der aber die Rolle des Arztes bei der Entscheidung betont.
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