Houston – Mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Entdeckung haben US-Wissenschaftler die Funktion der Merkel-Zellen endgültig geklärt. Die Mechanorezeptoren sind nach einer Publikation in Science (2009: 324: 1580-1582) für eine feine taktile Wahrnehmung zuständig.
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Im Jahr 1875 entdeckte der Göttinger Anatom Friedrich Merkel die Zellen in der Haut, die heute seien Namen tragen. Da sie typischerweise mit freien Nervenendigungen verbunden sind, wurden sie als Sinneszellen interpretiert, ihre genaue Funktion blieb jedoch umstritten.
Bereits Merkel vermutete, dass die Zellen für die Tastwahrnehmung zuständig sind, worauf schon ihre Verteilung in der Haut hindeutet. Merkel-Zellen sind in größerer Zahl an den Lippen und den Fingern vorhanden. Bei vielen Tieren findet man sie auch unter den Pfoten und am Ansatz der Schnurrbarthaare, also überall dort, wo es auf die Wahrnehmung feiner taktiler Reize ankommt.
Merkel-Zellen gibt es beim Menschen auch an den behaarteren Teilen des Körpers, vielleicht ein Relikt aus der Evolution, als das Fell nicht nur ein Schutz vor der Kälte war, sondern auch die Sinneswahrnehmung unterstützte. Ellen Lumpkin vom Baylor College in Houston vermutet, dass Merkel-Zellen nachtaktiven Tieren bei der Orientierung im Dunkeln helfen.
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