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Prostatakarzinom: Grüner Tee senkt PSA

Montag, 22. Juni 2009

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Shreveport – Ein aus Blättern des grünen Tees hergestelltes Arzneimittel hat in einer offenen Studie in Cancer Prevention Research (2009; doi: 10.1158/1940-6207.CAPR-08-0167) bei Patienten mit Prostatakarzinom vor einer geplanten Operation mehrere Tumormarker gesenkt.

Grüner Tee ist reich an Polyphenolen, denen – neben einer Reihe anderer gesundheits­fördernder Eigenschaften –  eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Die Hinweise stammen zumeist aus experimentellen Studien oder aus epidemiologischen Beobachtungen, die eine geringe medizinische Evidenz besitzen.

Inzwischen liegen jedoch erste Ergebnisse aus klinischen Studien vor. Vor drei Jahren berichteten Saverio Bettuzzi und Mitarbeiter der Universität Parma, dass Patienten, bei denen in einer Prostatabiopsie eine intra-epitheliale Neoplasie (eine Präkanzerose) gefunden worden war, seltener an einem Prostatakarzinom erkranken, wenn sie täglich drei Kapseln eines Extraktes einnahmen, das reich an Epigallocatechinen war: Nach einem Jahr erkrankten nur einer von 30 Teilnehmern gegenüber neun von 30 in der Kontrollgruppe (Cancer Research 2006; 66: 1234-40). Eine Auswirkung auf den PSA-Wert wurde jedoch nicht erzielt.

Anders war dies in der Studie der Arbeitsgruppe um James Cardelli vom Feist-Weiller Cancer Center in Shreveport im US-Staat Louisiana. Hier waren die Patienten allerdings bereits an einem Prostatakarzinom erkrankt, die PSA-Werte also höher.

Die 27 Teilnehmer im Alter von 41 bis 72 Jahren befanden sich nach einer positiven Biopsie auf der Warteliste für eine radikale Prostatektomie. Während dieser Zeit nahmen sie täglich 4 Kapseln eines Extraktes ein, die laut Cardelli zusammen so viele Polyphenole enthielten wie 12 Tassen grüner Tee.

In den median 34,5 Tagen bis zur Operation kam es zu einem signifikanten Rückgang beim prostataspezifischen Antigen (PSA). Bei einigen Patienten soll der Wert um mehr als 30 Prozent gesunken sein. Einen signifikanten Rückgang gab es auch bei zwei Krebswachstumsfaktoren, dem hepatocyte growth factor (HGF) und dem vascular endothelial growth factor (VEGF). Die günstigen Wirkungen auf HGF und VEGF wurden später im Labor auch an Fibroblasten aus den Präparaten nachgewiesen.

Von den beiden Studien auf eine krebshemmende Wirkung zu schließen, wäre sicherlich verfrüht, zumal die US-Studie noch nicht einmal eine Vergleichsgruppe hatte. Offen ist auch, welche klinischen Auswirkungen eine präoperative Verminderung der Tumormarker haben könnte.

Immerhin zeigen beide Studie, dass die Extrakte sicher zu sein scheinen. Die italienischen Forscher berichteten über zwei Durchfallerkrankungen, die sich aber spontan besserten, die US-Kollegen haben auch die Leberwerte untersucht und hier eher Verbesserungen gefunden als Hinweise auf eine Hepatotoxizität.

Wie William Nelson von der Johns Hopkins Universität in Baltimore, der Herausgeber von Cancer Prevention Research, in der Pressemitteilung berichtet, hat inzwischen eine ähnliche Studie beim Mammakarzinom begonnen. © rme/aerzteblatt.de

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