Dresden – Der 19. Sächsische Ärztetag hat zehn „Thesen zum Patienten-Arzt-Verhältnis“ beschlossen. Darin verweist die Ärzteschaft auf die große Verantwortung der Mediziner und warnt davor, das Verhältnis zwischen Arzt und Patienten etwa durch zunehmende Bürokratie oder Rationierung zu belasten.
„Für die Tätigkeit des Arztes müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine adäquate Zuwendung zum Patienten, eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten und den Aufbau einer Arbeits- und Vertrauensbeziehung zum Patienten ermöglichen“, heißt es in dem Papier. Initiativen des Gesetzgebers, die die Schweigepflicht des Arztes untergraben, lehnt die Ärzteschaft im Freistaat ab.
Dagegen begrüßen die Mediziner das wachsende Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Es sei richtig, dass Arzt und Patient gemeinsam über die Behandlung entscheiden und so die Compliance des Patienten erhöhen. Der Arzt dürfe jedoch nicht zum Dienstleister degradiert werden. Gleichzeitig sei seine Rolle „keine omnipotente, sondern die des besten Anwalts des Patienten“.
Vor diesem Hintergrund und aufgrund ihres Expertenwissens fordert die sächsische Ärzteschaft, angemessen an der Diskussion um die Neuorientierung des Gesundheitswesens beteiligt zu werden. © hil/aerzteblatt.de
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