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Kawasaki-Syndrom: Wenn Kinder einen Herzbypass benötigen

Dienstag, 23. Juni 2009

Osaka – Zu den schweren Komplikationen des Kawasaki-Syndroms gehören Aneurysmen der Koronararterien, die bereits im Kindesalter eine Bypass-Operation erforderlich machen. Die langfristige Prognose dieser Patienten ist nach einer Studie in Circulation (2009, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.108.840603) jedoch exzellent.

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Noch immer ist die Ursache der 1961 von dem japanischen Kinderarzt Tomisau Kawasaki zuerst beschriebenen Erkrankung unbekannt. Sie tritt keinesfalls nur in Japan auf, wo jedes Jahr 5.000 bis 6.000 Erkrankungen diagnostiziert werden und wo in den letzten Jahrzehnten dreimal eine epidemische Häufung beobachtet wurde. Auch bei Kindern kaukasischer Herkunft wird das Kawasaki-Syndrom gelegentlich diagnostiziert.

Zumeist erkranken Kinder unter 5 Jahren akut an einem hochfiebrigen „Infekt” mit deutlich reduziertem Allgemeinzustand, Vergrößerung der Lymphknoten und Beteiligung der Schleimhäute (mukokutanes Lymphknotensyndrom). Die Krankheit erinnert an eine Infektion. Es wurde aber niemals ein Erreger gefunden und Antibiotika sind wirkungslos. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer nekrotisierenden Vaskulitis, die aber nicht auf Steroide anspricht.

Früher entwickelte jedes vierte Kind nach wenigen Wochen Aneurysmen an den Koronararterien. Die Inzidenz konnte dank einer hoch-dosierten Therapie mit Immunglobulinen gesenkt werden. In den anderen Fällen wird heute zunächst eine perkutane koronare Intervention (PCI) versucht. In der Vergangenheit war eine Bypass-Operation der Standard, wobei als Transplantat eine Arteria thoracica interna (ATI, „Mammaria”) bevorzugt wird, die selten von der Vaskulitis betroffen ist.

Soichiro Kitamura vom National Cardiovascular Center in Osaka ist dem Schicksal von 114 Kindern nachgegangen, die im mittleren Alter von 10 Jahren ihren Bypass erhalten hatten. Die Operationen liegen median 19 Jahre zurück. Noch immer sind 87 Prozent der ATI-Bypässe offen (bei den Vena saphena-Transplantaten nur 44 Prozent). Bei einem Verschluss konnten die Kinder in den meisten Fällen durch PCI oder Reoperationen gerettet werden: „Nur” fünf Kinder sind, alle aus kardialen Ursachen, gestorben. Kitamura errechnet eine 25-Jahres-Überlebensrate von 95 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 88-98 Prozent).

Die meisten Kinder benötigen heute zwar noch Medikamente, sie sind laut Kitamura aber beschwerdefrei. Sie können ein normales Leben führen und Sport treiben. Einige sollen an Schule und Universität sogar zu den Top-Athleten gehören. © rme/aerzteblatt.de

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