| dpa |
Dessau – Trotz der Einrichtung von Umweltzonen in vielen deutschen Innenstädten ist die Feinstaubbelastung vielerorts weiterhin zu hoch. In sechs Städten sei der erlaubte Grenzwert bereits an mehr als den 35 zulässigen Tagen im Jahr überschritten worden, erklärte das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau am Mittwoch. Weitere zehn Städte stünden kurz davor, diesen Wert zu überschreiten.
Ein Grund für die hohe Belastung durch den für Menschen gefährlichen Feinstaub ist laut UBA das Wetter zu Jahresbeginn gewesen: Die windschwachen Hochdruck-Wetterlagen hätten den Abtransport der Schadstoffe behindert. Das Umweltbundesamt forderte daher, konsequent gegen die Feinstaubbelastung in den Städten vorzugehen. So ließen sich bis zu 18 Überschreitungstage im Jahr vermeiden, wenn in den Umweltzonen nur noch Autos mit der grünen Plakette nach Schadstoffgruppe Euro-4 fahren dürften. Zudem könne ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde auf den betroffenen Hauptverkehrsstraßen weitere zehn Überschreitungstage verhindern.
UBA-Vizechef Thomas Holzmann forderte zudem, leichte Nutzfahrzeuge der Klasse Euro-3 mit Dieselrußfiltern nachzurüsten und private Holzheizungen und Kamine gegen moderne Anlagen auszutauschen oder sie mit Filtern auszustatten. Diese sogenannten Kleinfeuerungsanlagen seien der zweitgrößte Verursacher von Feinstaub nach dem Verkehr.
Umweltzonen gibt es bereits in mehr als 30 deutschen Städten. Für Fahrzeuge mit hohem Feinstaubausstoß – meist ältere Diesel-Autos ohne Rußfilter – ist die Einfahrt in eine Umweltzone in der Regel verboten. Andere Pkw und Nutzfahrzeuge müssen je nach Feinstaubausstoß eine rote, gelbe oder grüne Plakette aufweisen. Ab 2010 sollen nur noch Autos mit grüner Plakette in Umweltzonen fahren dürfen. © afp/aerzteblatt.de
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