Mailand – Ein genetischer Defekt der Mitochondrien verursacht eine besonders schwere Form der kindlichen Leukenzephalopathie. Das hat ein Team um Prof. Massimo Zeviani vom Istituto Nazionale Neurologico in Mailand gezeigt. An der Arbeit beteiligt waren auch Ärzte und Wissenschaftler des Friedrich-Baur-Instituts der Neurologischen Klinik an der LMU München sowie des Instituts für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München. Die Arbeitsgruppe publizierte ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Genetics (2009; 41, 654-656).
Kinder mit dieser Erkrankung leiden meist schon in den ersten Lebensjahren unter schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen. Sprechen und Laufen erlernen sie in der Regel nicht. Die jetzt beschriebene mitochondriale Form der Leukenzephalopathie wird durch einen Defekt in einem Gen ausgelöst, das die Bauanleitung für ein bislang unbekanntes Protein enthält. Dieses wiederum ist für den Zusammenbau und die Funktion der verschiedenen Untereinheiten des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (SDH) verantwortlich. Die SDH selbst ist maßgeblich an der Energieerzeugung in den Zellen höherer Organismen beteiligt.
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