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Stiftung Warentest nimmt Pflegequalität unter die Lupe

Donnerstag, 25. Juni 2009

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Berlin – Die Stiftung Warentest hat erstmals die Qualität ambulanter Pflegedienste geprüft und den Testkandidaten dafür überwiegend gute Noten ausgestellt. Bei Pflegeleistungen wie Waschen, Essen oder Ankleiden, aber auch bei Injektionen und Wundbehandlungen überzeugten fünf von 21 Anbietern mit dem Urteil „sehr gut“, wie die Zeitschrift „test“ in ihrer Juli-Ausgabe berichtet. Fünf Pflegedienste arbeiteten „gut“ und jeweils einer wurde mit „befriedigend“ und „ausreichend“ bewertet. Die 21 getesteten Pflegedienste stehen freilich nur exemplarisch für die bundesweit 11.000 Anbieter.

Probleme gab es vereinzelt bei der Behandlung von Druckgeschwüren. Nicht alle Pflegekräfte versorgten gefährdete Patienten laut Testbericht angemessen. Mehrere Anbieter versäumten es zudem, Pflegebedürftige und Angehörige zu informieren, wie das Sturzrisiko vermindert werden kann. Neun weitere Anbieter verweigerten laut Stiftung Warentest die Veröffentlichung ihrer Daten zur Pflegequalität, die der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zur Verfügung gestellt hatte. Sie konnten deshalb nicht bewertet werden.

Erhebliche Defizite offenbarten sich den Testern zufolge bei der Erstberatung, wo es um den genauen Pflegebedarf, die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten geht. Nur zwei Anbieter berieten vor Abschluss eines Pflegevertrages „gut“, drei waren nur „ausreichend“ und der Rest „befriedigend“.

Einige Pflegedienste berieten nur lückenhaft über die einzelnen Leistungspakete wie „Ganzwaschung“, „Einkaufen“ oder „Hilfe bei der Nahrungsaufnahme“, bemängelten die Tester. Jedes Paket wird je nach Umfang und Arbeitsaufwand mit einer Punktzahl bewertet, aus der sich dann der Preis ergibt.

Darüber hinaus informierten einige Pflegedienste nur unzureichend über Möglichkeiten, um etwa die Mobilität und Sicherheit der Pflegebedürftigen in der Wohnung zu verbessern. Bei den neuen Regelungen für Menschen mit Demenz und psychischen Erkrankungen mussten einige Dienste ganz passen.

Der MDK hat bislang bereits regelmäßig überprüft, wie gut die Dienste die Pflegebedürftigen versorgen, doch die Ergebnisse bleiben aus Datenschutzgründen weitgehend unter Verschluss. Ab Herbst müssen sie im Internet veröffentlicht werden, die Pflegedienste werden dann mit „Schulnoten“ bewertet. Allerdings werde dann nur noch bewertet, was zwischen Patient und Pflegedienst vereinbart wurde, betonte die Stiftung Warentest.

Die Stiftung Warentest hat für ihre Untersuchung exemplarisch 21 Pflegedienste aus Mühlheim an der Ruhr ausgewählt, vor allem wegen des Anteils älterer Menschen in der Stadt. Fast jeder Dritte der rund 170.000 Einwohner ist dort über 60 Jahre alt. 30 Hundertjährige leben dort. © afp/aerzteblatt.de

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