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Ärzteschaft

Bundesärztekammer für die Abschaffung der Praxisgebühr

Freitag, 26. Juni 2009

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Osnabrück – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Abschaffung der Praxisgebühr gefordert. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagausgabe) sagte der BÄK-Vizepräsident Frank-Ulrich Montgomery, die Zuzahlung sei „gesundheitspolitischer Unsinn“, auch wenn das Bundessozialgericht die Praxisgebühr für verfassungsrechtlich zulässig halte. Dies hatte das Gericht in einem am Donnerstag veröffentlichten Grundsatzurteil entschieden.

Montgomery kritisierte, die Praxisgebühr verursache „riesige Verwaltungskosten“ und belaste das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt. Gesteuert werde durch die Zuzahlung nichts. Bei den Patienten werde „nur abkassiert“.

Der Ärztevizepräsident verlangte eine grundsätzliche Renovierung der Gesundheitsreform. „Eine solche verlogene Reform, wie wir sie jetzt haben, darf es nie wieder geben“, forderte Montgomery. Die Ärzte würden daher alles tun, damit die Gesundheitspolitik ein Thema im Bundestagswahlkampf werde.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte dafür, die Praxisgebühr in der kommenden Legislaturperiode abzuschaffen. „Die Praxisgebühr stellt für einkommensschwache Versicherte eine starke Belastung dar. Zugleich empfinden gut verdienende freiwillig gesetzlich Versicherte die Gebühr als Unverschämtheit, weil sie ohnehin Spitzenbeiträge zahlen. Privatpatienten mit gleichem Einkommen hingegen müssen keine Gebühr entrichten“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Freitag.

Als Voraussetzung für den Wegfall der Praxisgebühr nannte Lauterbach allerdings eine Vereinheitlichung der Ärztehonorare für Kassen- und Privatpatienten. Diese einheitlichen Honorare müssten so ausgestaltet sein, dass die Einnahmeausfälle aus der Praxisgebühr ausgeglichen würden. © ddp/aerzteblatt.de

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adonis
am Dienstag, 30. Juni 2009, 07:47

@oma Kasupke

Ich hoffe Herr Lauterbach ist nicht ihr Hausarzt. Herr Lauterbauch hat wohl auch nie einen richtigen Patienten gesehen. Professor Lauterbach ist mehr oder minder Gesundheitsökonom. Von der Praxis hat er keine Ahnung. Lassen sie sich doch mal einen Rektoskopie von ihm machen, aber buchen sie schon mal einen akuten Operationstermin im nächstgelegenen Krankenhaus.
Aber Spass bei Seite. Generell hat er sicher mehr Einblick in das Geschehen, als eine Lehrerin oder wie Herr Seehofer ( der im Zeugen ausserehelicher Kinder seine Qualitäten bewiesen hat). Dass etwas ïm Gesundheitswesen passieren muss, sehe ich auch so. Inadäquate Bezahlung von Kassenleistungen, Abzocken mit IGel, ein Patient, der sich jede Untersuchung erwünschen kann, eine KV die das Geld versickern lässt und Private Krankenversicherungen, die sich dumm und dämlich an ihren Versicherten verdienen. Alles das kann nicht sein.
Oma Kasupke
am Samstag, 27. Juni 2009, 17:07

Ein Mediziner als Gesundheitsminister - und alles wird gut!

Zitat=Joe440:
>>Leider bekommen viele erst zu spät mit, dass wir völlig ungeeignete Minister im Gesundheitsministeruim haben oder glaubt etwa jeder Ulla Schmidt hätte je ein Skalpell in ihren Händen gehalten und Menschen operiert?[...]
Da kann man Herrn Lauterbach nur die Daumen drücken, dass er mal Gesundheitsminister wird, denn nur wer medizinische Kenntnisse hat soll auch dieses Amt bekommen dürfen!<<

Genau. Herr Lauterbach sollte der nächste Gesundheitsminister werden, denn wir brauchen dringend einen Mediziner auf diesem Posten, damit das Jammern der Ärzte endlich aufhört.

Joe440
am Freitag, 26. Juni 2009, 19:31

Bundesärztekammer für die Abschaffung der Praxisgebühr

Ich stimme mit der Meinung der BÄK über ein, denn die Praxisgebühr ist wirklich schwachsinn. Leider bekommen viele erst zu spät mit, dass wir völlig ungeeignete Minister im Gesundheitsministeruim haben oder glaubt etwa jeder Ulla Schmidt hätte je ein Skalpell in ihren Händen gehalten und Menschen operiert? Wunden verbunden als Lehrerin bei Kindern vielleicht, aber nie im Arztberuf tätig gewesen und von daher auch völlig Ahnungslos wie sich die Ärzte fühlen. da kann man Herrn Lauterbach nur die Daumen drücken, dass er mal Gesundheitsminister wird, denn nur wer medizinische Kenntnisse hat soll auch dieses Amt bekommen dürfen!
Was die Zuzahlung der 10 Euro angeht, es ist zwar gut, dass es hierzulande pro Quartal 10 Euro sind und nicht mehr, dass aber Privatversicherte auch noch behandelt werden wenn sie vorgeben krank zu sein und noch alles in den Schoß gelegt kriegen ist dem Rest der Bevölkerung gegenüber unsozial und absolut abwertend!
advokatus diaboli
am Freitag, 26. Juni 2009, 17:21

Ja...wo waren sie denn?

Die Frage ist nicht ganz unberechtigt; gerne schließe ich mich dem Kommentar von adonis an und es bliebe nur zu ergänzen, dass es in unruhigen Zeiten auch mal ganz gut erscheint, ein wenig Imagepflege zu betreiben. Der Öffentlichkeit ist nicht verborgen geblieben, dass in letzter Zeit vermehrt die Funktionäre der Ärztekammern in die Kritik geraten sind, nicht zuletzt mit Blick auf die unsäglichen Kommentare etwa des Vizepräsidenten der BÄK zum Patientenverfügungsgesetz.
Das nun zu allem Überfluss auch noch die Sächsische ÄK ein Patientenrechtegesetz ablehnt, trägt nun nicht zur Stimmungserhellung bei.
adonis
am Freitag, 26. Juni 2009, 16:53

Nun kommen die Proteste, wo waren die Widerständler in der Ärztekammer als sie eingeführt wurde?

Das frage ich mich! Von Anfang an hat sie nichts gebracht, hat aber bei den Kollegen eine Menge Kosten verursacht und macht es immer noch. Die Scheiss 10 Euro kosten in den Praxen eine Menge Geld an Verwaltung und die Mahngebühren trägt man als Arzt auch noch. Nur will ich mal daran erinnnern, dass weder die Kassenärztlichen Vereinigungen noch die Ärztekammern auf die Barrikaden gegangen sind, wo sie hätten hingehört.
Warum der Sinneswandel jetzt?
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