Memphis – US-Forscher wollen hartnäckigen Infektionen auf Kathetern und Gelenkprothesen mit winzigen Teilchen aus oxidiertem Eisen zu Leibe rücken. Im Gegensatz zu vielen Medikamenten sind die nur wenige Millionstel Millimeter großen Eisenoxidpartikel nämlich in der Lage, die gefürchteten Biofilme anzugreifen und die Keime darin abzutöten, wie die Wissenschaftler in ersten Laborversuchen zeigen konnten.
Solche Biofilme entstehen, wenn sich Bakterien beispielsweise auf medizinischen Implantaten ansiedeln und eine extrem effektive Schutzschicht um sich herum aufbauen. Einmal gebildet, schirmt dieser Film die Bakterien vor nahezu allen Antibiotika ab, so dass die Infektion kaum in den Griff zu bekommen ist und das Implantat meist entfernt werden muss. Die neuen Nanoteilchen könnten in Zukunft eine schlagkräftigere Alternative zu den Medikamenten werden - vorausgesetzt, sie schädigten den Organismus nicht, schreiben Erik Taylor von der Brown-Universität in Providence und seine Kollegen im Fachmagazin „International Journal of Nanomedicine“ (Online-Vorabveröffentlichung).
Taylor und sein Team konzentrierten sich bei ihren Tests auf das Bakterium Staphylococcus epidermidis, der als häufigster Verursacher von Infektionen an Implantaten. Da sich Eisen bereits in der Vergangenheit als effektive Waffe gegen das Bakterium erwiesen hatte, testeten die Wissenschaftler jetzt die Wirkung von eisenhaltigen Nanopartikeln auf einen Biofilm aus S. epidermidis. Dazu erzeugten sie Eisenoxidteilchen mit bestimmten magnetischen Eigenschaften, die im Durchschnitt nur acht Nanometer groß waren, gaben sie auf das infizierte Implantat und platzierten einen Magneten darunter.
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